Erste Stimmen zum Chironbuch

Noch vor den Sommerferien ist das Buch von Petra Niehaus und mir zu Chiron im Chironverlag (wo auch sonst) erschienen. Erfreulicherweise scheint es in der Astro-Community gut anzukommen, obwohl wir uns erlaubt haben, gängige Deutungsmuster zu hinterfragen und einige Kritik an der ausschließlichen Deutung Chirons als Wunde formulieren.

In einem großen Kapitel über Chiron in der Mythologie zeigt Petra auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, andere Lesarten für eine Deutung Chirons im Horoskop zu entwickeln und im anschließenden Kapitel schreibe ich  über die Attraktivität des verwundeten Heilers und das offenkundige Bedürfnis der heutigen Astrologen, im Horoskop einen Ort für seelische Verletzungen zu finden. Die aber – und das soll hier nicht unerwähnt bleiben – viel passende an anderen Stellen im Horoskop gefunden werden können.

So habe ich mich besonders über zwei Zuschriften gefreut: Silvia L. bedankt sich in ihrer Mail, dass „für das tolle Buch, was mich doch etwas bescheidener und vorsichtiger mit der Deutung von Chiron umgehen lässt.“ Und Anna T. schreibt auf ihrem Insta-Account. „Liebe Monika und Petra, herzlichen Dank euch für dieses tolle Buch! Es war das einzige, was ich geschafft habe, im Urlaub zu lesen und wie ihr seht gleich mit vielen Markierungen! Danke für die Anregung, Chiron aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten! Damit kann ich sehr viel anfangen!“

Besonders haben wir uns auch über diese E-Mail von Rani gefreut: „Liebe Monika, liebe Petra, ein feines kleines Büchlein habt ihr da verfasst, das auf den wenigen Seiten so viel Substanz enthält! So viel tiefes Nachdenken, so viel gründliche Recherche, Arbeit sicher von vielen Jahren. Chapeau, ich bin wirklich begeistert! Ich bin euch sehr dankbar für all diese Denkanstöße, diese Anregungen und Ermutigungen dazu, scheinbaren Konsens in Frage zu stellen, in andere Richtungen zu denken und zu deuten, sich selbst nochmal ganz neu auf den Weg zu machen, neugierig und offen und erkundend. Es positiv zu nutzen, dass wir mit Chiron immer noch forschende Pioniere sein dürfen. Schon seit dem Artikel im Meridian finde ich die Deutungen von Chiron an Aphel und Perihel besonders kostbar.“

Mein Freund Wieland ist ebenfalls ein alter Bochumer, aber schon vor langer Zeit nach Berlin gezogen. Er ist kein Profi-Astrologe, aber immer interessiert an astrologischen Themen. Er hat sich das Buch direkt nach der Ankündigung in meinem Newsletter bestellt, sofort gelesen und mir eine Mail geschickt: „Herzlichen Glückwunsch! Schon das Cover gefällt mir. Was für ein tolles Gefühl, so ein Buch in der Hand zu halten, wenn man es geschrieben hat, und fast so toll, wenn man es lesen darf.

1977, da hast Du mich ja darauf hingewiesen. Nach meinem Gefühl fing die Veränderung etwas früher an. Die Frauen traten wieder in die Gesellschaft ein. Was ich nie verstehen werde, wie sie in Deutschland als starke Trümmerfrauen, dann in den ganzen 50er und 60er Jahren, wieder am Herd gelandet sind und offensichtlich zufrieden waren. Aber der Höhepunkt war 1977. Es stimmt alles. Ich erinnere mich auch sehr gut an die Typen von der RAF. Desperados, die nicht bereit waren, sich auf die Bevölkerung einzulassen. Und dann Angela Merkel: Das Gefühl von Irritation und Fremdheit, der tiefe Bruch der Lebensform, die Erschütterung des Weltbilds und die Neuausrichtung: Ich habe den Eindruck, das ist mir auch mehrmals begegnet. Herzlichen Dank. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Buch.“

Im Kapitel über das Jahr 1977, dem Jahr der Entdeckung Chirons, habe ich nämlich versucht, den Zeitgeist dieses Jahres zu beschreiben und spanne einen weiten Bogen vom Start der Raumsonden Voyager 1 und 2, die wenige Wochen vor der Entdeckung Chiron auf ihre lange Reise geschickt wurden – und immer noch unterwegs sind – bis hin zu angesagten Uni-Seminaren, etwa über Michel Foucaults und Klaus Theweleits Männerfantasien. Natürlich fehlen die ersten Schritte auf dem Weg zur Erfindung des Internets ebenso wenig wie der legendäre erste Apple Computer.

Verena Ritter hat für den Meridian eine Rezension verfasst, die in der nächsten Ausgabe erscheinen wird. ich erlaube mir hier, ihre letzten Sätze zu zitieren: „Chiron und das Anders-sein“ ist kein Buch für Leser, die nach einfachen Antworten suchen. Es ist vielmehr eine Einladung zum Nachdenken, Forschen und Diskutieren. Gerade darin liegt seine besondere Stärke. Den Autorinnen gelingt es, fundierte Recherche, kritische Reflexion und astrologische Praxis zu einer anregenden und gut lesbaren Einheit zu verbinden. Wer bereit ist, vertraute Interpretationen zu hinterfragen und Chiron aus einer neuen Perspektive zu betrachten, wird dieses Buch mit großem Gewinn lesen.“

Petra und ich freuen uns, wenn die Diskussionen um die Bedeutung und Deutung Chirons mit unserem Buch noch einmal neu belebt wird. Der Zeitpunkt für diese Veröffentlichung ist gut gewählt. Seit seiner Entdeckung im November 1977 hat Chiron jetzt bald seine erste Runde durch alle 12 Zeichen des Tierkreises gedreht. Wir sind gespannt auf weitere Diskussionen und freuen uns über kontroverse und fruchtbare Auseinandersetzungen mit unseren Standpunkten und Deutungsversuchen.

Zum guten Schluss muss leider das Fehlerteufelchen auch noch erwähnt werden. Trotz aller Sorgfalt haben inzwischen fleißige und kundige Merkure inzwischen sechs Fehler entdeckt. Manche fallen sofort auf,. für andere Fehler muss man schon sehr sorgfältig lesen. Wer uns per E-Mail alle sechs Fehler nennen kann, bekommt ein kleines Geschenkt und wer noch einen siebten Fehler findet, bekommt ein großes Geschenk.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Zwei Astrokalender für 2026

Viele Kolleginnen vermissen den Astrokalender Sternenlichter, der nun schon im zweiten Jahr nicht mehr erscheint. Petra Niehaus als Herausgeberin hatte sich entschieden, nach der 40. Ausgabe dieses Projekt zu beenden. Auch ich bedauere diese Entscheidung, kann sie aber gleichzeitig nachvollziehen.

Als Ersatz haben sich nun neue Möglichkeiten aufgetan. Neben dem Kalender von Markus Jehle hat Doris Häuschen aus der Schweiz einen ansprechenden Kalender im DINA5-Format entwickelt, der ähnlich wie Petras Kalender die täglichen Aspekte listet. Außerdem wird für jeden Tag das Horoskop mit Planeten und Aspekten für 0.00 Uhr des Tages anzeigt. Neben den klassischen Aspekten sind Halbsextile und Quincunxe aufgeführt.

Wer sich in der Astrologielandschaft ein wenig auskennt, wird schnell merken, dass die Autorin der Huber-Schule nahesteht. Seinerzeit von Bruno und Louise Huber als API (Astrologisch-Psychologisches Institut) gegründet, war diese Schule mit Sitz in Zürich einige Jahrzehnte sehr erfolgreich. Und die Hubers haben die Astrologie mit einigen Neuerfindungen bereichert.

Dazu gehört auf die Deutung der zahlreichen Aspektfiguren, die sich in einem Horoskop bilden könne, vor allem wenn die oben genannten Nebenaspekte einbezogen werden. Diese Figuren werden ebenfalls für jeden Tag aufgeführt und alle zusammen im Anhang in einer Übersicht mit ihren Namen vorgestellt.

Alles in allem stehen damit für die Astroprofis alle wichtigen Informationen des Tages auf einer Seite und das Format des Kalenders schenkt in der unteren Hälfte jeder Seite reichlich Platz für persönliche Einträge oder Terminplanungen.

Der Kalender ist optisch ansprechend gestaltet. Aus meiner Sicht gibt es nur einen Nachteil: die Größe und das Gewicht, man mag diesen Kalender vielleicht nicht täglich mit sich herumtragen und lässt ihn  am besten gleich am Schreibtisch liegen. Auch noch erwähnenswert: im Newsletter von Birgit von Borstel las ich, dass es eine siderische Version geben wird, wenn sich genügend Interessierte melden.

Meine zweite Empfehlung ist der SonneMondKalender von Liliana Djordjevic, der wie der Name vermuten lässt den Schwerpunkt auf den jährlichen Zyklus von Sonne und Mond legt und diesen in einer ästhetischen und ansprechenden Form als Mandala präsentiert.

Der Kalender ist mit viel Liebe handgezeichnet und es gibt ihn als Poster und als Postkarte, Das Poster zeigt den ineinandergreifenden Zyklus von Sonne und Mond als spiralförmige Entwicklungslinie. Die Künstlerin selbst schreibt auf ihrer Website: „Man kann ihm viele oder nur wenige Informationen entnehmen oder ihn als Mandala auf sich wirken lassen. Er lädt ein, den Tanz von Sonne und Mond durch den Jahreskreis zu beobachten und eigenes zu entdecken und zu erfahren.“ Ein schönes Geschenk, das man sich selbst oder anderen Mond-Freundinnen machen kann.

Die Postkarte ist kein Kalender, die Info sind zu klein und auch mit Lupe nicht lesbar. Doch als ein farbiges Sonne-Mond-Mandala zum unschlagbaren Preis von einem Euro möchte ich ihn gerne empfehlen. Ich werde ihn zum Jahresende oldschool-mäßig sicher als Gruß an liebe Astro-Kolleginnen und Kollegen versenden.

 

18 Jahre – Happy Birthday Astroblog Neptunwelten

Heute vor genau 18 Jahren startete mein Blog unter der URL http://www.neptunwelten.de mit ersten Beiträgen zu den Doors und zu Virginia Woolf. Nie hätte ich gedacht, dass ich 18 lange Jahre regelmäßig mindesten einmal im Monat über Astrologie und Horoskope schreiben werde. Vermutlich ist mein Saturn in Haus 3 dafür zuständig.

Nun sind die Neptunwelten heute volljährig geworden. Sie sind schon recht lange mit der Astrologos-Seite vereint, seit 15 Jahren nämlich. Dennoch sind sie ein eigenständiges Werk und ich schreibe gerade den 720. Beitrag. Und werde sicher weiterschreiben. Doch da der 18. Geburtstag mit einer Konjunktion von Sonne und Pluto einhergeht, wird es sicher einige tiefgreifende Veränderungen geben. Eine Idee, mit der ich mich schon lange beschäftige, nämlich seit dem letzten Relaunch der Astrologos-Site vor zwei Jahren: das Blog als Astrologe weiter zu betreiben und die Domain Neptunwelten in ein wunderbares Fische-Museum umzuwandeln.

Ultimative Fische-Tasse für Fische-Geborene

Da ich nunmehr seit 47 Jahren Astrologie betreibe und im Sonnenzeichen Fische zur Welt kam, habe ich im Laufe meines langen Lebens die wundersamten Fische geschenkt bekommen. Von Fische-Tassen über Fische-Geschirr und Vasen bis hin zu T-Shirts mit Fisch-Motiven, Fischelampen oder USB-Sticks und anderen Büromaterialen in Fischform reicht die Sammlung. und zu jedem dieser Fische-Geschenke kann ich eine schöne Geschichte erzählen.

Das Jahr ist noch recht jung, das erwachsene Blog auch. Mal gucken, was uns dieses 2025 bescheren wird, in jedem Fall Veränderungen weitreichendere Art. Die Welt dreht sich schneller denn je zuvor und wir drehen uns. mit. Heute aber wird Geburtstag gefeiert und wie es sich für einen dry January gehört mit einem alkoholfreien Aperol Spritz.

Saturns Ringe verschwinden in 2025

Im nächsten Jahr, wenn sich Saturn und Neptun im Zeichen Fische immer näherkommen, werden die Ringe des Saturn verschwinden. Saturn galt lange als einziger Planet mit einem Ringsystem. Erst mit den Fotos, die von NASA-Raumsonden in den letzten Jahrzehnten zur Erde gesandt wurden, wurde klar, dass auch Jupiter, Uranus und Neptun von Ringen umgeben sind.

Doch die Saturn-Ringe sind seit jeher auch ein Symbol für die Eigenschaften, die diesem Planetenprinzip zugesprochen werden. Denn erst durch mühselige Arbeit und Anstrengung kann es gelingen, Saturns Kraft als Stabilität, Ausdauer und Konzentration zu spüren. Die Ringe stehen dabei für innere und äußere Hindernisse, die überwunden werden wollen.

Was aber passiert nun im Frühjahr 2025, wenn die Ringe des Saturns verschwinden? Was passiert dann mit dem Hüter der Schwelle, wie dieser Planet oft genannt wird? Tatsächlich passiert dieses Phänomen alle 13 bis 16 Jahre. Und es ist genau genommen nur eine optische Täuschung, denn die unzähligen und vereisten Gesteinsbrocken, die um den Planeten herum kreisen, gehen nicht verloren. Wir können sie von der Erde aus nur nicht mehr sehen und uns entspannen, denn es sind keine kosmischen Katastrophen in Sicht! Aber vielleicht lohnt es sich, nochmal neu über die Saturn-Runden nachzudenken, die aus biografischer Sicht wichtige Einschnitte und Abschnitte vom Leben seines Menschen markieren.

Doch zunächst zur wissenschaftlichen Erklärung des Verschwindens der Ringe. Der Grund ist, dass die Drehachse des Saturns ähnlich wie die Rotationsachse der Erde geneigt ist . Daher gibt es auch auf dem Saturn Jahreszeiten, denn wie alle Planeten unseres Sonnensystems  kreist er um die Sonne und wird – wenn auch in sehr viel größerer Entfernung als unsere Erde – von ihr bestrahlt. Während einer Saturn-Runde oder eines Saturnjahres steht unser Zentralgestirn zweimal genau über dem Äquator von Saturn. Und dann kann man von der Erde aus nur die äußere Kante des Ringsystems sehen.

Die Ringe verschwinden dann für einige Monate. Der Höhepunkt dieses Phänomens ist um den 23. Mai 2025 und einige Monate davor und danach sind die Ringe unsichtbar. Astrologiekundige wissen natürlich, dass Saturn in exakt diesem Zeitraum in der kosmischen Spalte unterwegs ist. Ein Schelm, wer Böses dabei denkt ;-).

Ich werde jedenfalls mit einem kleinen Teleskop Saturn beobachten. Wenn die Sonne im Mai in Stier und Zwillinge unterwegs ist, wird Saturn am Morgenhimmel sichtbar sein. Und wie viele Kolleginnen und Kollegen werde ich im kommenden Jahr Saturn und ebenso Neptun bei ihren Wechseln über den 0-Grad-Widderpunkt studieren, entsprechend des Oben-Unten-Paradigmas. Neue Erkenntnisse und Einsichten sind dann hier im Blog zu lesen.

Bildquellen: Die Fotos der Saturnringe sind von der NASA und in der Wikipedia als gemeinfrei aufgeführt. Das Titelbild wurde 1981 von Voyager zur Erde gesamt, das Foto im Text hat die Sonde Cassini 2006 aufgenommen.

Ausklang 2023 und Ausblick auf 2024

Am letzten Tag des alten Jahres macht es Sinn, Rückschau auf das vergangene Jahr zu halten. Es hat uns in den Monaten März bis Juni einen ersten Eindruck beschert, was Plutos Wechsel in den Wassermann mit sich bringen wird.

Nach der chaldäischen Reihe war es ein Marsjahr und so sind Gewalt und Kriege nicht von der Erde verschwunden und haben uns einmal mehr erschüttert. Dennoch ist es wichtig, mit Hoffnung auf die Zukunft zu schauen und sich immer wieder deutlich zu machen, dass wir die Zukunft gestalten – und nicht nur erleiden. Natürlich gibt es immer wieder Umstände, die größer als wir sind und auf die wir keinen Einfluss nehmen können, die drei neuen Planeten erzählen und erklären dies.

Ihre Zeichenwechsel in diesem und im nächsten Jahr bescheren aber nicht nur Krisen, sondern viele neue Möglichkeiten und Chancen, die wir wahrnehmen und die uns helfen  können. Eine mehr als spannende Konstellation in 2024 neben der Konjunktion von Uranus mit Jupiter am 21. April 2024 wird der Wechsel von Jupiter ins Zeichen Zwillinge sein.

Ingress Jupiter in Zwillinge, 26. Mai 2024, 1.15 Uhr (MESZ), Bochum, D

Das Ingress-Horoskop für Bochum zeigt Pluto direkt am AC und im Trigon zu Jupiter. In Berlin liegt der AC allerdings weiter vorne im Wassermann, nämlich auf 8 Grad. Pluto rutscht ins 12. Haus, im Ruhrgebiet ist der AC exakt auf 0° 30`und somit im Trigon zu Jupiters Ingress, während Jupiters selbst am IC steht.

Das lässt auf Innovationen für diese gebeutelte Region hoffen. Mehr Infos zu dieser und allen anderen Konstellationen der Jahre von 2024 bis 2025 können Sie bei einem Tagesseminar am 27. Januar erfahren, vor allem auch, wie Sie die großen Veränderungen konstruktiv für ihr Leben nutzen können. Es gibt aktuell noch drei freie Plätze, während die Jahresvorschau am 12. Januar bereits ausgebucht ist.

In guter alter Blogtradition soll es aber auch wieder ein Neujahrs-Gedicht geben. Es kommt dieses Mal von Wilhelm Busch, verbunden mit guten Wünschen an alle Leserinnen und Leser: Happy New Year 2024!

Wilhelm Buch Zu Neujahr

Will das Glück nach seinem Sinn
Dir was Gutes schenken,
Sage Dank und nimm es hin
Ohne viel Bedenken.

Jede Gabe sei begrüßt,
Doch vor allen Dingen:
Das, worum du dich bemühst,
Möge dir gelingen.

Frohe Ostern 2023

Letztens bin ich im Wald spazieren. Dort fand ich eine Tanne, die jemand mit sehr vielen Ostereiern geschmückt hatte. Vielleicht passt das genau in dieses Jahr 2023 und zum Wechsel von Pluto in den Wassermann: Ostereier am Weihnachtsbaum, das hat mir gut gefallen.

Das Osterfest beziehungsweise die Berechnung des Osterfestes beruht auf dem Zyklus des Mondes. Am Wochenende nach dem ersten Frühlingsvollmond, der in diesem Jahr am Donnerstag früh morgens exakt war, wird Ostern gefeiert. Damit ist dieses Kirchenfest ein bewegliches Fest im Jahreskreislauf. Anders als Weihnachten, das immer vom Heiligen Abend am 24.12. bis zum 26. Dezember gefiert wird. Doch auch das Weihnachtsfest hat heidnische Wurzeln. Es ist die Interpretation der Winter-Sonnenwende auf katholische Weise. Während die frühen Kulturen die Wiedergeburt des Sonnenlichts feierten, feiert das Christentum die Geburt des Jesuskindes.

Ganz unabhängig davon, welche Inhalte und Rituale mit diesen hohen Feiertagen verbunden sind, strukturieren sie das Jahr und schenken uns die Möglichkeit, den Alltag mit seinen Herausforderungen und Pflichten für eine kurze Weile zu vergessen. Wer möchte, kann an diesem Feiertagen in einen heilsamen Raum eintreten, sich zurückziehen oder mit Freunden die eine oder andere Weise feiern, dass jetzt der Frühling da ist. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Leser ein frohes Osterfest mit vielen Hasen und Ostereiern.

 

Fische-Zeit und Rilkes Vorfrühling

Für einige Menschen ist jetzt die schönste Zeit des Jahres. Wie Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht über den Vorfrühling schreibt, schreibt, verschwindet nun allmählich die Härte des Winters. Das Lebensgefühl, das Rilke hier beschreibt, entspricht den Inhalten, die in der Astrologie mit dem zwölften Zeichen Fische verbunden sind. Es ist die leise Ahnung, dass die Lebenskräfte wiederkehren können. Und es ist die Sehnsucht nach einer Zärtlichkeit, die an die Stelle einer Härte durch die langen und entbehrungsreichen Zeiten tritt.

Vorfrühling

Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,

greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.

Nun ist in Rilkes Horoskop wenig Fische-Energie zu erkennen. Zwar bildet die Venus in Schütze ein Trigon zu Neptun und Uranus befindet sich im zwölften Haus, im Zeichen Fische steht jedoch kein einziger Planet.

Doch der alte Herrscher des Fischezeichens Jupiter ist bedeutsam. Im Skorpion und im dritten Haus stehend regiert er die Sonne in Haus vier und eben die besagte Venus. Rilke ein echter Wortkünstler, dem es immer wieder gelingt, unsere Sehnsüchte in einer schönen und gefühlvollen Sprache auszudrücken.

Wie auch immer lässt sich in diesen Tagen einmal mehr erleben, wie die Vorboten des Frühlings spürbar werden. Die ersten Tulpensträuße stehen in den Supermärkten, auf den Wiesen in der Stadt sind Krokusse und Schneeglöckchen zu sehen. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis die Stunden des Tages länger dauern als die Stunden der Nacht.

Das Zeichen Fische ist eng mit dieser Sehnsucht nach besseren Zeiten verbunden. Gleichzeitig ist dieser Monat vor Frühlingsbeginn eine Art Zwischenreich. Es ist nicht mehr Winter, aber es ist auch noch nicht Frühling. Dieser Zustand ist ungewohnt in einer Welt, in der ist ständig etwas zu tun und zu machen gibt. Doch jetzt dürfen wir innehalten und uns daran erinnern, dass das Nichtstun und die Muße notwendiger Bestandteil des Lebens sind. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Leser eine entspannte Fische Zeit und die kleinen Momente des Glücks, die heute wichtiger denn je erscheinen.

Das zwölfte Haus

In der Januarausgabe der Astrologie-Fachzeitschrift Meridian ist ein Artikel von mir zum zwölften Haus erschienen. In diesem Text gehe ich auf die traditionelle Bedeutung dieses Hauses in der hellenistischen Astrologie ein und erkläre, wie heute in der psychologischen Astrologie dieses letzte der 12 Häuser gedeutet und verstanden wird.

Mit Hilfe von drei Beispielhoroskopen erläutere ich anschließend, wie sich die komplexen Inhalte im Leben eines Menschen auswirken können. Meine Beispiele sind Dominique Bauby, Virginia Woolf, deren Horoskop als eins der ersten in der Geschichte dieses Astroblogs publiziert wurde, welches übrigens lange unter eigener URL, nämlich den Neptunwelten gelaufen ist.

Das dritte Horoskop wird auf gänzlich neue Weise gedeutet, es handelt sich um eine Synastrie des Horoskops von Fritz Bauer mit dem Horoskop der BRD. Und nun die freudige Nachricht, dass alle, die den Meridian nicht abonniert haben, diesen Artikel auf den Seiten des Astrodienst lesen können, nämlich unter dieser URL „Die Rätsel des 12. Hauses“.

Als ich letzte Woche nach weiteren Horoskopen mit einer starken Betonung des zwölften Hauses auf meiner eigenen Website suchte, kam ich auf die Idee, dass vielleicht nicht alle wissen, mit welchem Suchbefehl sich über Google einzelne Seiten durchsuchen lassen. Es ist sehr einfach, man muss nur site: www.neptunwelten.de und anschließend den gesuchten Begriff eingeben, also z.b. 12.Haus. Ich war überrascht, wie oft ich in 15 Jahren zu diesem Thema etwas geschrieben habe, aber angesichts der Tatsache, dass der Name des Blogs Neptunwelten lange Programm war und immer noch ist, macht es Sinn, dass viele Beiträge von Neptun, Fische und Haus 12 handeln.

Astrokalender Sternenlichter 2023

Die 39. Ausgabe des Astrokalenders „Sternenlichter“ hat dieses Mal einen zauberhaften Schwerpunkt. Die schönen Künste und die Horoskope von Künstlerinnen und Künstlern begleiten durch das Jahr. Der erste Artikel ist Berthe Morisot gewidmet, aber natürlich taucht zum Frühlingsbeginn – passend zum Titelbild – Vincent van Gogh mit seiner Widder-Sonne auf.

Wer den Astrokalender schon kennt, weiß es: die Wechsel der langsam laufenden Planeten in das nächste Zeichen werden in Extra-Kapiteln abgehandelt – und da stehen uns in 2023 zwei markante Wechsel bevor. Saturn tritt ins Zeichen Fische und bleibt dort bis 2026. Pluto schenkt uns einen ersten Einblick in die Jahrzehnte, in denen er im Wassermann unterwegs ist, denn ab dem 23. März bewegt er sich für knapp drei Monate auf dem ersten Grad des elften Zeichens.

Die täglichen Ephemeriden mit allen wichtigen Aspekten sind besonders für Stundenhoroskope hilfreich. Und wer im Anhang blättert, findet dort die Ephemeriden der Kleinplaneten mit Stichworten zur Bedeutung und außerdem die wichtigsten Transneptuner.

Der Kalender kann direkt beim Chiron-Verlag bestellt werden oder in der Buchhandlung Ihres Vertrauens. Die Herausgeberin und der Chironverlag freuen sich, wenn nicht beim großen A bestellt wird. Denn Jeff Bezos ist reich genug und die kleinen Buchhandlungen und Verlage sollen überleben.

Mars im Rückwärtsgang

Wenn heute mittag, einen Tag vor Halloween, der stürmische Mars seinen Rückwärtsgang einlegt, beginnt eine Phase von zweieinhalb Monaten, in denen es sinnvoll sein kann, innezuhalten und angestrebte Ziele noch einmal zu überdenken.

Bekanntlich laufen alle Planeten bis auf Sonne und Mond in regelmäßigen Rhythmen für eine Weile am Himmel zurück. Dieses Phänomen beruht darauf, dass wir die Bewegungen der Gestirne von der Erde aus beobachten.

In der Astrologie sind nun ein ganze Reihe von Regeln und Empfehlungen mit den Retrophasen der Planeten verbunden. Im Geburtshoroskop sollen sie auf karmische Belastungen hinweisen und traditionell gelten sie als geschwächt, bei Merkur sollen wir keine Verträge unterschreiben und wenn Mars alle zwei Jahre rückläufig wird, sollte man jede Form von Auseinandersetzung vermeiden und keinen Neustart wagen.

Genau genommen heißt Rückläufigkeit aber schlicht und einfach nur, dass ein Planet eine bestimmte Strecke im Tierkreis mehrfach besucht. Denn bevor er an einem bestimmten Punkt rückläufig wird und dabei im Fall von Mars rund 18 Grad zurückwandert, hat er genau dieses Stück seines Weges bereits einmal vorwärts durchlaufen und wird am Ende seiner Retrophase erneut vorwärts und ein drittes Mal diese Wegstrecke machen.

Wie im wirklichen Leben haben wir nun die Gelegenheit, ein Thema mehr als einmal anzugucken, etwas zu begreifen, indem wir zurückschauen und uns fragen, woher wir kommen. Vor allem die langen Retrophasen der langsam laufenden Planeten erzählen darüber, dass Leben und Lernen nicht immer straight vorwärts passiert. Manchmal müssen wir Umwege machen oder landen in Warteschleifen. Und das ist gut so, auch wenn uns die Gesellschaft erzählt, dass wir ohne Atempause vorwärts rennen sollen.

Im Fall von Mars beginnt der Weg zurück bei 25 Grad und 37 Minuten im Zeichen Zwillinge. Am 12. Januar, wenn er seine Station erreicht, also stehenbleibt, um dann wieder vorwärts zu laufen, befindet er sich auf 8 Grad und 6 Bogenminuten. Doch die gesamte Schleife, die er läuft, begann schon am 1. September, denn an diesem Tag stand Mars genau auf 8 Grad. Erst am 16. März ist er dann erneut auf 25 Grad angekommen. Mars ist also alle zwei Jahre für ein halbes Jahr in einem sehr kleinen Teil des Tierkreise unterwegs. Selbst der ungestüme und stets leistungsbereite Mars lässt sich so viel Zeit, um einmal tief durchzuatmen, auszuatmen und sich auszuruhen.

im Herbst vor zwei Jahren wurde Mars in der zweiten Hälfte des Widders rückläufig und bildete mehrfach Quadrate zu Saturn und Pluto, entsprechend schlecht und gereizt war die allgemeine Stimmung am Ende des ersten Corona-Jahres. Dieses Mal befindet sich Mars im kommunikativen Zeichen Zwillinge und bildet über mehrere Wochen hinweg ein Quadrat zu Neptun. Es kann sinnvoll sein, in diesem Zeitraum verstärkt nach innen zu hören, vielleicht ein kurzes oder längeres Retreat im Schweigen einzuplanen. Oder einer vorhandenen Erschöpfung Raum zu geben und sich etwas mehr Ruhe zu gönnen.

Da sich in diesem Jahr die Retrophase von Mars über die Weihnachtsfeiertage und die Rauhnächte erstreckt, besteht hoffentlich für viele Menschen die Möglichkeit, die eigenen Ziele zu reflektieren und sich die Frage zu stellen, wofür ich mich einsetzen möchte. Außerdem ist jetzt eine gute Zeit, die vielen Umbrüche der letzten Jahre tiefer zu verarbeiten und sich innerlich neu auszurichten, In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine produktive Mars-Retrophase.

Bildnachweis: Die Darstellung des Liebespaares Venus und Mars hat Sandro Botticelli im 15. Jahrhundert gemalt. Mars-Ares, der Kriegsgott, hat seine Rüstung abgelegt, um es sich gemütlich zu machen. In der  Wikipedia ist dieses Gemälde als gemeinfrei verzeichnet.