Astrokalender Sternenlichter 2023

Die 39. Ausgabe des Astrokalenders „Sternenlichter“ hat dieses Mal einen zauberhaften Schwerpunkt. Die schönen Künste und die Horoskope von Künstlerinnen und Künstlern begleiten durch das Jahr. Der erste Artikel ist Berthe Morisot gewidmet, aber natürlich taucht zum Frühlingsbeginn – passend zum Titelbild – Vincent van Gogh mit seiner Widder-Sonne auf.

Wer den Astrokalender schon kennt, weiß es: die Wechsel der langsam laufenden Planeten in das nächste Zeichen werden in Extra-Kapitelkn abgehandelt – und da stehen uns in 2023 zwei markante Wechsel bevor. Saturn tritt ins Zeichen Fische und bleibt dort bis 2026. Pluto schenkt uns einen ersten Einblick in die Jahrzehnte, in denen er im Wassermann unterwegs ist, denn ab dem 23. März bewegt er sich für knapp drei Monate auf dem ersten Grad des elften Zeichens.

Die täglichen Ephemeriden mit allen wichtigen Aspekten sind besonders für Stundenhoroskope hilfreich. Und wer im Anhang blättert, findet dort die Ephemeriden der Kleinplaneten mit Stichworten zur Bedeutung und außerdem die wichtigsten Transneptuner.

Der Kalender kann direkt beim Chiron-Verlag bestellt werden oder in der Buchhandlung Ihres Vertrauens. Die Herausgeberin und der Chironverlag freuen sich, wenn nicht beim großen A bestellt wird. Denn Jeff Bezos ist reich genug und die kleinen Buchhandlungen und Verlage sollen überleben.

Mars im Rückwärtsgang

Wenn heute mittag, einen Tag vor Halloween, der stürmische Mars seinen Rückwärtsgang einlegt, beginnt eine Phase von zweieinhalb Monaten, in denen es sinnvoll sein kann, innezuhalten und angestrebte Ziele noch einmal zu überdenken.

Bekanntlich laufen alle Planeten bis auf Sonne und Mond in regelmäßigen Rhythmen für eine Weile am Himmel zurück. Dieses Phänomen beruht darauf, dass wir die Bewegungen der Gestirne von der Erde aus beobachten.

In der Astrologie sind nun ein ganze Reihe von Regeln und Empfehlungen mit den Retrophasen der Planeten verbunden. Im Geburtshoroskop sollen sie auf karmische Belastungen hinweisen und traditionell gelten sie als geschwächt, bei Merkur sollen wir keine Verträge unterschreiben und wenn Mars alle zwei Jahre rückläufig wird, sollte man jede Form von Auseinandersetzung vermeiden und keinen Neustart wagen.

Genau genommen heißt Rückläufigkeit aber schlicht und einfach nur, dass ein Planet eine bestimmte Strecke im Tierkreis mehrfach besucht. Denn bevor er an einem bestimmten Punkt rückläufig wird und dabei im Fall von Mars rund 18 Grad zurückwandert, hat er genau dieses Stück seines Weges bereits einmal vorwärts durchlaufen und wird am Ende seiner Retrophase erneut vorwärts und ein drittes Mal diese Wegstrecke machen.

Wie im wirklichen Leben haben wir nun die Gelegenheit, ein Thema mehr als einmal anzugucken, etwas zu begreifen, indem wir zurückschauen und uns fragen, woher wir kommen. Vor allem die langen Retrophasen der langsam laufenden Planeten erzählen darüber, dass Leben und Lernen nicht immer straight vorwärts passiert. Manchmal müssen wir Umwege machen oder landen in Warteschleifen. Und das ist gut so, auch wenn uns die Gesellschaft erzählt, dass wir ohne Atempause vorwärts rennen sollen.

Im Fall von Mars beginnt der Weg zurück bei 25 Grad und 37 Minuten im Zeichen Zwillinge. Am 12. Januar, wenn er seine Station erreicht, also stehenbleibt, um dann wieder vorwärts zu laufen, befindet er sich auf 8 Grad und 6 Bogenminuten. Doch die gesamte Schleife, die er läuft, begann schon am 1. September, denn an diesem Tag stand Mars genau auf 8 Grad. Erst am 16. März ist er dann erneut auf 25 Grad angekommen. Mars ist also alle zwei Jahre für ein halbes Jahr in einem sehr kleinen Teil des Tierkreise unterwegs. Selbst der ungestüme und stets leistungsbereite Mars lässt sich so viel Zeit, um einmal tief durchzuatmen, auszuatmen und sich auszuruhen.

im Herbst vor zwei Jahren wurde Mars in der zweiten Hälfte des Widders rückläufig und bildete mehrfach Quadrate zu Saturn und Pluto, entsprechend schlecht und gereizt war die allgemeine Stimmung am Ende des ersten Corona-Jahres. Dieses Mal befindet sich Mars im kommunikativen Zeichen Zwillinge und bildet über mehrere Wochen hinweg ein Quadrat zu Neptun. Es kann sinnvoll sein, in diesem Zeitraum verstärkt nach innen zu hören, vielleicht ein kurzes oder längeres Retreat im Schweigen einzuplanen. Oder einer vorhandenen Erschöpfung Raum zu geben und sich etwas mehr Ruhe zu gönnen.

Da sich in diesem Jahr die Retrophase von Mars über die Weihnachtsfeiertage und die Rauhnächte erstreckt, besteht hoffentlich für viele Menschen die Möglichkeit, die eigenen Ziele zu reflektieren und sich die Frage zu stellen, wofür ich mich einsetzen möchte. Außerdem ist jetzt eine gute Zeit, die vielen Umbrüche der letzten Jahre tiefer zu verarbeiten und sich innerlich neu auszurichten, In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Lesern eine produktive Mars-Retrophase.

Bildnachweis: Die Darstellung des Liebespaares Venus und Mars hat Sandro Botticelli im 15. Jahrhundert gemalt. Mars-Ares, der Kriegsgott, hat seine Rüstung abgelegt, um es sich gemütlich zu machen. In der  Wikipedia ist dieses Gemälde als gemeinfrei verzeichnet.

 

 

 

 

 

Nachklang zum Astrologenkongress des DAV

Vor zwei Wochen fand in Bad Kissingen der große Jubiläumskongress des Astrologenverbandes statt. Denn im Herbst vor 75 Jahren wurde der DAV in Wiesbaden gegründet. Es war ein großartiger Kongress, mit vielen tollen Vorträgen und zahlreichen Begegnungen. Nachdem der Kongress 2020 coronabedingt ausfallen musste und letztes Jahr „nur“ online veranstaltet werden konnte, war es natürlich besonders toll, all den vielen Kolleg*innen wieder persönlich zu begegnen.

Deutscher Astrologenverband (DAV), 16. Oktober 1947, 12.26 Uhr (MEZ), Wiesbaden, D
Datenquelle: Chronik des DAV

In den nächsten Tagen wird es sicher ein Recap auf den Seiten des Verbandes geben, deshalb möchte ich hier die Gelegenheit nutzen, endlich nach 15 Jahren ein Update des Geburtshoroskops zu publizieren. Als ich zum 60. Geburtstag gratulierte, wusste niemand, dass die Geburtszeit von 10.06 Uhr den Beginn der Gründungsversammlung markiert. Doch der Beschluss, einen Astrologenverband zu gründen, geschah erst um 12.26 Uhr. Das ist erst seit ein paar Jahren bekannt und so tritt nun eine hoffnungsfroher Schütze-Aszendent an die Stelle des Skorpion-AC.

In meinem Geburtstagsvortrag bin ich darauf eingegangen, dass trotz des Schütze-AC die starke Betonung des Skorpionzeichens bleibt. Vier persönliche Planeten befinden sich im achten Zeichen, nämlich Venus, Mond, Merkur und Jupiter. Außerdem steht Pluto im Löwen in der exakten Halbsumme von Mars und Saturn. So habe ich dann auch in meiner Powerpoint für die Waage-Sonne eine Darstellung gewählt, die verdeutlicht, wie sehr diese harmonieliebende Sonne immer wieder mit den „Drachen“ ringen muss, um ein Gleichgewicht der Kräfte herzustellen.

Was ich bei meinem Vortrag nicht erzählt habe und sehr gut zum Skorpion passt: das Horoskop des DAV blieb viele Jahrzehnte geheim. Offenbar wussten nur wenige „eingeweihte“ Mitglieder um die genaue Gründungszeit. Erst knapp 40 Jahre später hat ein Kollege die Daten verraten und so wurde das Geburtshoroskop 1986 erstmals in der verbandseigenen Zeitschrift Meridian öffentlich bekanntgegeben.

Zum Schluss noch eine persönliche Anmerkung. Für mich begann der Kongress mit einem sehr schönen Erlebnis während der Mitgliederversammlung. Ich wurde nämlich zum Ehrenmitglied ernannt und mein wunderbarer Kollege und Freund Christian König hat eine Laudatio gehalten, die mich (fast) zu Tränen gerührt hat. Wer sie nachlesen möchte, wird hier fündig. Danke lieber DAV, danke Christian.

Die Queen und ihr Horoskop

Ich gebe es zu, ich bin kein Fan von Königshäusern. Und anders als in Astroseminaren des UK spielen die Horoskope der Queen oder die von Charles, Camilla, Lady Di und ihren Söhnen und deren Kindern in meiner Astro-Schule keine große Rolle.

Doch seit Queen Elizabeth II. am 8. September im hohen Alter von 96 Jahren gestorben ist, kann selbst ich mich den zahlreichen Geschichten rund um das Leben dieser Monarchin nicht entziehen. Und so haben wir am Wochenende in der laufenden Astrologie-Ausbildung mit dem Thema Synastrie die Horoskope der Königin und ihres Gemahls Philip angeschaut und gedeutet.

Und siehe da, die beiden haben eine Konjunktion ihrer Monde im königlichen Zeichen des Löwen. Vermutlich haben sich die beiden ein Leben lang auch ohne Worte verstanden und waren einander auf einer sehr tiefen Ebene verbunden.

Queen Elizabeth II. Queen of UK, 21. April 1926, 2.40 Uhr (WET/S), London, GB
Datenquelle: Astrodatabank mit einem AA-Rating

Prince Philip Duke of Edinburgh, 10. Juni 1921, 10.00 EET, Mon Repos, GR
Datenquelle: Astrodatabank mit einem AA-Rating

Mein Kollege Martin Sebastian Moritz hat übrigens ein sehr schönes Astroportrait der Queen auf seine Seite gestellt und die beiden Damen Susanne Riedl-Plenio und Eva-Christine Wetterer haben in den vergangenen Jahren bereits etliche Artikel rund um das britische Königshaus publiziert. Wer astrologisch tiefer ins Thema einsteigen möchte, wird also hier und dort fündig. Und noch ein Hinweis für royale Forschungsprojekte. Es kursiert ein genauer Todeszeitpunkt im Netz und hier sind die Daten: 8. September 2022, 14.37 Uhr (BST), Ballater, UK. Die Uhrzeit habe ich einem FB-Beitrag meines Kollegen Christian König entnommen und er nennt seine Quelle, nämlich Victor Oliver, Chefredakteur des „Astrological Journal“, einer Zeitschrift der Astrological Association, die wiederum das englische Pendant zum Deutschen Astrologenverband (DAV) ist.

Eine weitere Uhrzeit ist drei Wochen nach dem Tod der Queen publiziert worden, und zwar handelt es sich um einen Totenschein, den das schottische Nationalarchiv veröffentlich hat. Hier wird der Todeszeitpunkt mit 15.10 Uhr (UT) angegeben. Diese Informationen habe ich der Kollegin Helga Sobek zu verdanken, sie schickte einen Artikel-Link.

Die Transite dieses Tages in ihrer Beziehung zum Horoskop der Queen sind aufschlussreich. Eine Konjunktion von Mond und Saturn läuft gerade über ihre Mars-Jupiter-Konjunktion im Wassermann im ersten Haus. Es dürfte spannend sein, das lange Leben und die einzelnen Etappen dieser langen Lebensreise astrologisch zu untersuchen. Informationen gibt es aktuell zur Genüge, man muss nur kurz einen Blick in die Mediatheken der öffentlich-rechtlichen Fernsehsender werfen oder bei den BBC News vorbeischauen.

 

Horoskop des Studio Akasha

Letztens habe ich das Studio Akasha von Nathalie Bonk-Kleinschmidt besucht. Nathalie hat Anfang 2019 die Astrologos-Astrologie-Ausbildung in Bochum absolviert, zahlreiche Seminare besucht und nach einem intensiven Astrologie-Studium eine Yoga-Ausbildung gemacht. Anfang August hat sie nun das Studio Akasha eröffnet, direkt um die Ecke vom atelier automatique.

Die Räume des Studio Akasha sind hell und multifunktional eingerichtet. Nathalies Yogakurse finden dort statt – es gibt auch Online-Yoga-Kurse im Angebot. Doch in der Schmidtstraße. 43 findet noch viel mehr statt, ein umfassendes Angebot für Körper, Seele und Geist. Das sind Nathalies astrologische Beratungen, die auf einem ganzheitlichen Konzept basieren und somit Unterstützung in allen möglichen Lebenslagen bieten. Und neben Yoga, Astrologie und Ayurveda hat sie Elemente des Coaching in ihre Arbeit integriert. Alle Angebote gibt es übrigens zweisprachig, deutsch und in englisch.

Auf ihrem Instagram-Account nk_bodymindcoaching bietet Nathalie täglich Informationen rund um ihre Arbeit und auf ihrer Website werden bald alle Angebote übersichtlich gelistet. Das Horoskop ist auf den Zeitpunkt berechnet, als nach all der Renovierungsarbeiten der erste Yogakurs am neuen Standort begann.

 

Yoga Studio Akasha, 4. August 2022, 17.12 Uhr (MEZ/S), Bochum
Datenquelle: die Gründerin

Der Schütze-Aszendent mit einem Jupiter im Widder an der Spitze Haus 4 verdeutlicht, dass es in diesen Räumen tatsächlich um Raum geht bzw. darum, Räume zu öffnen. Denn Akasha – so hat Nathalie es mir erklärt – ist ein Begriff aus dem Sanskrit und wird mit Raum übersetzt. Und dieser weite Raum entsteht durch Atemarbeit, aber auch mit einer offenen Geisteshaltung, die sich im Jungfrau-Merkur in Haus 9 widerspiegelt.

Die Konjunktion von Mars, Uranus und Mondknoten im Stier weist auf die Themen dieser Zeit hin: der langsam laufende Uranus, der von 2018 bis 2025 im Zeichen Stier unterwegs ist, steht für einen anderen Umgang mit Geld und Besitz und kreiert viele neue Impulse, die sich unter dem Begriff der „sharing economy“ subsummieren lassen. In Verbindung mit dem Mondknoten im Stier und Mars, der sich aus dieser Konjunktion löst, geht es um konkrete Impulse zur weiteren Vernetzung: Kooperation statt Konkurrenz, das Motto des neuen Luftzeitalters!

Da passt es wunderbar, dass Nathalie mich eingeladen hat, im Rahmen des Murxfestivals mit dem wunderbaren Motto „Repariert, was euch kaputt macht“ einen Astro-Vortrag in ihrem Yogastudio zu halten. Und natürlich wird es um Raum gehen, um die Luft und den Atem und um Kommunikation und Information. Am Freitag, den 2. September wird es um Merkur gehen, ausführliche Infos zu diesem Abend gibt es in der Rubrik „Veranstaltungen“. 

Pluto und das Horoskop von Fritz Brunhübner

Fritz Brunhübner ist ein älterer Astrologe, der das erste Buch über Pluto nach dessen Entdeckung im Jahr 1930 geschrieben hat. Es erschien 1935 in der ersten Auflage, wurde sogar ins Englische übersetzt und 1953 vom Verlag Richard Schikowski erneut aufgelegt. Brunhübner verstand Pluto als den Planeten des Nationalsozialismus und zeichnete ein eher düsteres Bild dieses neu entdeckten Planeten.

1894 geboren zählte er zu der Generation mit einer Neptun-Pluto-Konjunktion im Zeichen Zwillinge. Es ist schon sehr lange her, da besuchte ich ein Seminar bei Peter Urban und Ingrid Zinnel in Frankfurt. Peter wies seinerzeit darauf hin, dass etliche Größen des Naziregimes diese Konjunktion in ihrem Horoskop haben. Wir finden sie aber natürlich auch bei Künstlerinnen wie Hannah Höch, Ärztinnen wie Dr. Olga von Ungern-Sternberg oder Psychologinnen wie Anna Freud.

Fritz Brunhübner, 3. Juli 1894, 10.46 Uhr (MEZ), Nürnberg, D
Datenquelle: Astrowiki des Astrodienstes in Zürich

Bemerkenswert erscheint mir neben der Generationskonstellation von Neptun und Pluto das minutengenaue Trigon von Sonne zu Uranus, denn Uranus ist bekanntlich der Planet der Astrolog*innen. Seit seiner Entdeckung 1781 hat er Merkur-Hermes als Schutzgott der Sterndeuter abgelöst.

Fritz Brunhübner begegnete mir in der letzten Woche, als ich an meinem Vortrag für den nächsten Kongress des Astrologenverbandes gearbeitet habe. Er zählte nämlich zu den 35 Gründungsmitgliedern des DAV und war offensichtlich in den ersten Jahren aktives Verbandsmitglied. Sein Pluto-Buch finde ich übrigens sehr inspirierend, nicht nur weil er sich im Vorwort auf Tycho Brahe beruft, den unermüdlichen Beobachter der Marsbahn vor rund 450 Jahren. Sondern vor allem weil er mit seinen ersten Forschungen nur anregen möchte und nicht etwa den Anspruch erhebt, dass seine Erfahrungen die einzig richtigen seien.

Tatsächlich ist er (1935 und ebenso 1953) der Meinung, dass wir mit der Deutung Plutos völliges Neuland vor uns haben und dass lange Jahrzehnte der Forschung nötig sein werden, um das Wesen und die Wirkung Plutos zu erfassen. Seiner Meinung nach braucht es dafür einen gesamten Umlauf Plutos von 248 Jahren. Davon haben wir heute gerade mal die ersten 92 Jahre geschafft. Man wünscht sich solche Bescheidenheit (mit einem Jupiter am MC!) bei einer ganze Reihe von Kollegen, die sich als Verfechter der einzig richtigen Deutung oder Methode verstehen und ihre Assoziationen zu neu entdeckten Himmelskörpern als unumstößliche Wahrheit verkaufen.

Uranus in Stier und das atelier automatique

Die Corona-Pandemie hat ja bereits Ende 2020 dazu geführt, dass die Zusammenarbeit mit dem (inzwischen aufgelösten) Verein Achtsam Leben Ruhrgebiet und der Beratungsgemeinschaft Berta C endete. Die Astrologos-Beratungspraxis musste umziehen und für die Präsenzveranstaltungen mussten neue Seminarräume gefunden werden.

Inzwischen ist das freie Bildungswerks Bochum mit seinen Räumen zur neuen Seminarheimat für die Astrologie-Ausbildung und Weiterbildung in Präsenz geworden, doch es hat sich noch eine weitere Kooperation ergeben, über die ich mich sehr freue. Denn die Künstler*innengemeinschaft des „atelier automatique“ entspricht ziemlich genau dem, was der Zeitgeist mit Uranus im Stier von uns allen einfordert: und zwar die konsequente gemeinschaftliche Nutzung von Ressourcen. Und damit entstehen immer wieder Netzwerke, die Menschen verbinden und den Blick weiten sowie neue Perspektiven eröffnen.

Ein großer flexibel gestaltbarer Raum und die Werkstatt nebenan werden von unterschiedlichen Personen und Gruppen bespielt. Ausstellungen, Filmabende, Vorträge und andere Veranstaltungen, Co-Working, hier ist vieles denkbar und machbar und zum fünften Geburtstag habe ich für das „Magazine Automatique“, das jetzt zum zweiten Mal erschienen ist, eine Horoskopdeutung mit besten Wünschen für die nächsten Jahre geschrieben.

atelier automatique, 28. Januar 2017, 18.00 Uhr (MEZ), Bochum, D
Datenquelle: die Gründerinnen

Kurz nach einem Neumond im Wassermann gegründet, mit einer Verbindung von Merkur im Quadrat zu Uranus, die ahnen lässt, dass an diesem Ort ein gemeinsames Arbeiten (Sonne in Haus 6) mit flachen Hierarchien (Wassermann!) und Visionen für neue Formen von Arbeit und Leben möglich ist. Übrigens nennt sich der Verein, der das Atelier trägt und gründete, „Gemeinschaft zur Förderung und Vernetzung der freien Künste Bochum e.V.“ Besser lässt sich das Anliegen einer Wassermann-Sonne als Herrscherin des Löwe-AC wohl kaum beschreiben.

Das Magazin Nr. 2 erzählt von kreativen Überlebensstrategien in Coronazeiten, berichtet vom großen Reparaturfestival Murx in 2021 oder den Schaufenster-Ausstellungen. Gegen eine kleine Spende kann dieses Heft bestellt und direkt im atelier an der Rottstraße im Herzen Bochums abgeholt werden. Einfach eine Mail an info@atelierautomatique.de schreiben und vorbeigehen.

Geburtszeitkorrektur – ganz einfach

Die Korrektur der Geburtszeit ist der heilige Gral der professionellen Astrologieszene. Es gibt Kollegen, die behaupten, vor jeder Beratung erst eine Korrektur der Geburtszeit vorzunehmen. Dazu sind mehr oder weniger komplizierte Berechnungen und Verfahren nötig, die sogenannte Hermeswaage wird gerne genutzt, außerdem eine Vorkorrektur über Transite – und die hohe Kunst besteht in der Anwendung von direkt oder konvers dirigierten Hauptachsen, wie sie mein Kollege Christoph Schubert-Weller in seinem Buch anschaulich erklärt.

Für die Korrektur einer ungenauen Geburtszeitangabe sind vier bis fünf einschneidende Daten aus der Biografie des Menschen nötig. Dann wird gerechnet, welche Konstellationen des Horoskops zu welchen Zeiten ausgelöst worden sind. Manchmal aber ist es sehr leicht, die Angabe einer Geburtszeit zu korrigieren, wie ich in der vergangenen Woche erlebte. Es ist vor allem die genaue Berechnung des Aszendenten (und der folgenden Häuser), die von der Geburtszeit abhängig ist. Dieser markante Anfangs-Punkt in jedem Horoskop bewegt sich pi mal Daumen alle vier Minuten ca. ein Grad weiter. So kann es es immer mal wieder dazu kommen, dass ein Aszendent auf der Kippe von zwei Zeichen steht.

In diesem Fall war es so, dass ich eine Geburtszeit von 14.55 Uhr mitgeteilt bekam und meine Astrosoftware einen Aszendenten (AC) bei 0 Grad 44 Minuten im Zeichen Krebs errechnete. Nun ist der AC aber nicht nur die Anfangsenergie, mit der ein Mensch in alle neuen Situationen des Lebens hineingeht; der AC beschreibt auch unser Auftreten und das, was C.G. Jung die Persona genannt hat. Er lässt Rückschlüsse auf die körperliche Konstitution zu und selbst die Physiognomie des menschlichen Gesichts lässt sich aus der AC-Position ableiten.

Und da die Frau, die letzte Woche meine Praxis betrat, eher groß, dünn und feingliedrig war, habe ich sofort vermutet, dass sie eher ein Zwillinge- als ein Krebs-Aszendent sein könnte und habe nachgefragt, wie gesichert die Zeitangabe von 14.55 Uhr ist. Und ob es sein könnte, dass ihre Geburtszeit vielleicht zehn Minuten früher liegt. Nach der Beratung hat die Frau beim Standesamt ihres Geburtsortes angerufen und siehed da – es war eine Zeit von 14.45 Uhr notiert. Der Aszendent liegt damit bei 28 Grad 25 Minuten im Zeichen Zwillinge.

Planetenweg am Main in der Nähe von Hanau

Um Pfingsten herum war ich im Rhein-Main-Gebiet unterwegs. Am Samstag fand das wunderschöne Astrofest der Darmstädter Astrologieszene statt, in Seeheim-Malchen, also im Umland von Darmstadt. In den Tagen davor habe ich einige Radtouren gemacht und als ich am Main von Frankfurt nach Seligenstadt entlang radelte, entdeckte ich einen weiteren Planetenweg.

Er ist mir erst aufgefallen, als ich auf der Höhe der Staustufe Krotzenburg einen hellglänzenden Jupiter am Wegesrand sah. Dann habe ich natürlich auf weitere Planeten gemacht und sowohl bei Saturn als auch zuletzt bei Pluto kurz angehalten. Da waren wir dann auch schon fast am Ziel unsere Tour, nämlich in Seligenstadt angekommen.

Ähnlich wie bei vielen anderen Planetenwegen (es soll insgesamt rund 90 in ganz Deutschland geben) hat auch hier eine Schulklasse diesen Weg als Projekt verwirklicht. Er besteht seit 1988 und beginnt in Hainstadt mit der Sonne. Was mir an diesem Weg gut gefallen hat: nicht nur die Abstände zwischen den einzelnen Planeten sind maßstabsgerecht, auch die Planeten selbst, die auf kleinen Stelen montiert sind, werden in ihrem Größenverhältnis zueinander korrekt abgebildet. Und offenbar haben hier noch keine Vandalen irgendeinen Planeten geklaut.

Astrofans werden sich sicher auch freuen, dass Planet Pluto nicht entfernt wurde, auch wenn ihn die Internationale Astronomische Union (IAU) zum Zwergplaneten degradiert hat.

Und wer einmal am Main entlang nach Seligenstadt radeln möchte und sich für mittelalterliche Heilkunde interessiert, sollte unbedingt den Kräutergarten des Benediktinerklosters in Seligenstadt besuchen. Es ist eine sehr gepflegte Anlage mit allen Kräutern, die zudem nach ihrer Heilwirkung für einzelne Organe oder Funktionszusammenhänge im Körper angeordnet sind.

Das Horoskop meiner DAV-Prüfung

Vor einigen Wochen bekam ich eine E-Mail meines wunderbaren Kollegen Erik van Slooten, der beim Aufräumen alter Unterlagen seine Einladung zur mündlichen Astrologenprüfung wiedergefunden hatte. Auf dieser Einladung waren sämtliche Prüfungen dieses Halbjahres mit Datum und Uhrzeit vermerkt und da wir gemeinsam an diesem Wochenende geprüft wurden. war Erik so nett, einen Scan der Einladung zu schicken.

So kann ich nun – über 30 Jahre später – ein Stundenhoroskop auf meine DAV-Prüfung erstellen. Und in meiner zuletzt stattgefundenen Online-Fortbildung Stundenastrologie gab es Zweifel, ob ich denn unter diesen Konstellationen bestanden habe. Nun denn, ich habe mit Erfolg bestanden. Als verbrannter Skorpion-Mars, der auf Pluto zuläuft und im siebten Haus den weiten Weg von Bochum nach Freiburg auf sich genommen hat, um dort um 15.30 Uhr ein wirklich angenehmes Gespräch mit Heidi Kunzmann, Walter Boer und Werner Thiel zu führen.

Mündliche Astrologinnenprüfung, 10. November 1991, 15.30 Uhr (MEZ), Freiburg, D
Datenquelle: Privatarchiv Erik van Slooten

Mit einer Waage-Venus in Haus 6 waren die beiden Herren und Frau Kunzmann mir sehr wohlgesonnen und offenbar von meiner schriftlichen Arbeit (ein Blindgutachten mit Geburtszeitkorrektur) so angetan, dass die gesamte Prüfung eher einem Fachgespräch unter KollegInnen gleichkam. Ich erinnere mich, dass Walter Boer mir zum guten Schluss empfahl, doch bitte auch mit Halbqudraten und Anderthalbquadraten zu arbeiten und die Aspekte zu den Hauptachsen einzuzeichnen. Ja – damals berechnete man Horoskope noch von Hand und zeichnete alle Konstellationen in ein Formular ein. Dann bekam ich mein Zeugnis und den Stempel mit der Nummer 188. Und durfte mich nun geprüfte Astrologin DAV nennen.

Stundenastrologisch gesehen ist Saturn der natürliche Herrscher für Prüfungen, er bildet ein exaktes Trigon zur Venus, die das Prüfungsteam symbolisiert. Mit seiner Position auf 1° Wassermann steht er stark, in seinem eigenen Zeichen und im glücksverheißenden 11. Haus. Ich war natürlich sehr gut vorbereitet, aber auch nervös. Doch der Mond, der in Stundenhoroskopen häufig eine Geschichte erzählt und im Steinbock genau am MC steht, bildet in seinem weiteren Verlauf ein Sextil zu Mars. Insofern ist es schlüssig, dass ich diese Prüfung mit Bravour bestanden habe.

Damals ahnte ich noch nicht, dass ich sechs Jahre später selbst in der Prüfungskommission sitzen und den Saturn spielen würde, gemeinsam mit Mona Riegger, Rafael Gil Brand, Christoph Schubert-Weller und Agnes Reimer. Aber auch das ist schon wieder kleine Ewigkeiten her. Und auch wenn es eine Reihe von KollegInnen gibt, die dem Astrologenverband skeptisch gegenüberstehen, empfinde ich es ein großes Geschenk, so vielen wunderbaren Kolleginnen und Kollegen begegnet zu sein. Außerdem hat mir der Verband einige wirklich gute Freundschaften beschert. Auch dafür bin ich dankbar.