Noch vor den Sommerferien ist das Buch von Petra Niehaus und mir zu Chiron im Chironverlag (wo auch sonst) erschienen. Erfreulicherweise scheint es in der Astro-Community gut anzukommen, obwohl wir uns erlaubt haben, gängige Deutungsmuster zu hinterfragen und einige Kritik an der ausschließlichen Deutung Chirons als Wunde formulieren.

In einem großen Kapitel über Chiron in der Mythologie zeigt Petra auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, andere Lesarten für eine Deutung Chirons im Horoskop zu entwickeln und im anschließenden Kapitel schreibe ich  über die Attraktivität des verwundeten Heilers und das offenkundige Bedürfnis der heutigen Astrologen, im Horoskop einen Ort für seelische Verletzungen zu finden. Die aber – und das soll hier nicht unerwähnt bleiben – viel passende an anderen Stellen im Horoskop gefunden werden können.

So habe ich mich besonders über zwei Zuschriften gefreut: Silvia L. bedankt sich in ihrer Mail, dass „für das tolle Buch, was mich doch etwas bescheidener und vorsichtiger mit der Deutung von Chiron umgehen lässt.“ Und Anna T. schreibt auf ihrem Insta-Account. „Liebe Monika und Petra, herzlichen Dank euch für dieses tolle Buch! Es war das einzige, was ich geschafft habe, im Urlaub zu lesen und wie ihr seht gleich mit vielen Markierungen! Danke für die Anregung, Chiron aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten! Damit kann ich sehr viel anfangen!“

Besonders haben wir uns auch über diese E-Mail von Rani gefreut: „Liebe Monika, liebe Petra, ein feines kleines Büchlein habt ihr da verfasst, das auf den wenigen Seiten so viel Substanz enthält! So viel tiefes Nachdenken, so viel gründliche Recherche, Arbeit sicher von vielen Jahren. Chapeau, ich bin wirklich begeistert! Ich bin euch sehr dankbar für all diese Denkanstöße, diese Anregungen und Ermutigungen dazu, scheinbaren Konsens in Frage zu stellen, in andere Richtungen zu denken und zu deuten, sich selbst nochmal ganz neu auf den Weg zu machen, neugierig und offen und erkundend. Es positiv zu nutzen, dass wir mit Chiron immer noch forschende Pioniere sein dürfen. Schon seit dem Artikel im Meridian finde ich die Deutungen von Chiron an Aphel und Perihel besonders kostbar.“

Mein Freund Wieland ist ebenfalls ein alter Bochumer, aber schon vor langer Zeit nach Berlin gezogen. Er ist kein Profi-Astrologe, aber immer interessiert an astrologischen Themen. Er hat sich das Buch direkt nach der Ankündigung in meinem Newsletter bestellt, sofort gelesen und mir eine Mail geschickt: „Herzlichen Glückwunsch! Schon das Cover gefällt mir. Was für ein tolles Gefühl, so ein Buch in der Hand zu halten, wenn man es geschrieben hat, und fast so toll, wenn man es lesen darf.

1977, da hast Du mich ja darauf hingewiesen. Nach meinem Gefühl fing die Veränderung etwas früher an. Die Frauen traten wieder in die Gesellschaft ein. Was ich nie verstehen werde, wie sie in Deutschland als starke Trümmerfrauen, dann in den ganzen 50er und 60er Jahren, wieder am Herd gelandet sind und offensichtlich zufrieden waren. Aber der Höhepunkt war 1977. Es stimmt alles. Ich erinnere mich auch sehr gut an die Typen von der RAF. Desperados, die nicht bereit waren, sich auf die Bevölkerung einzulassen. Und dann Angela Merkel: Das Gefühl von Irritation und Fremdheit, der tiefe Bruch der Lebensform, die Erschütterung des Weltbilds und die Neuausrichtung: Ich habe den Eindruck, das ist mir auch mehrmals begegnet. Herzlichen Dank. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Buch.“

Im Kapitel über das Jahr 1977, dem Jahr der Entdeckung Chirons, habe ich nämlich versucht, den Zeitgeist dieses Jahres zu beschreiben und spanne einen weiten Bogen vom Start der Raumsonden Voyager 1 und 2, die wenige Wochen vor der Entdeckung Chiron auf ihre lange Reise geschickt wurden – und immer noch unterwegs sind – bis hin zu angesagten Uni-Seminaren, etwa über Michel Foucaults und Klaus Theweleits Männerfantasien. Natürlich fehlen die ersten Schritte auf dem Weg zur Erfindung des Internets ebenso wenig wie der legendäre erste Apple Computer.

Verena Ritter hat für den Meridian eine Rezension verfasst, die in der nächsten Ausgabe erscheinen wird. ich erlaube mir hier, ihre letzten Sätze zu zitieren: „Chiron und das Anders-sein“ ist kein Buch für Leser, die nach einfachen Antworten suchen. Es ist vielmehr eine Einladung zum Nachdenken, Forschen und Diskutieren. Gerade darin liegt seine besondere Stärke. Den Autorinnen gelingt es, fundierte Recherche, kritische Reflexion und astrologische Praxis zu einer anregenden und gut lesbaren Einheit zu verbinden. Wer bereit ist, vertraute Interpretationen zu hinterfragen und Chiron aus einer neuen Perspektive zu betrachten, wird dieses Buch mit großem Gewinn lesen.“

Petra und ich freuen uns, wenn die Diskussionen um die Bedeutung und Deutung Chirons mit unserem Buch noch einmal neu belebt wird. Der Zeitpunkt für diese Veröffentlichung ist gut gewählt. Seit seiner Entdeckung im November 1977 hat Chiron jetzt bald seine erste Runde durch alle 12 Zeichen des Tierkreises gedreht. Wir sind gespannt auf weitere Diskussionen und freuen uns über kontroverse und fruchtbare Auseinandersetzungen mit unseren Standpunkten und Deutungsversuchen.

Zum guten Schluss muss leider das Fehlerteufelchen auch noch erwähnt werden. Trotz aller Sorgfalt haben inzwischen fleißige und kundige Merkure inzwischen sechs Fehler entdeckt. Manche fallen sofort auf,. für andere Fehler muss man schon sehr sorgfältig lesen. Wer uns per E-Mail alle sechs Fehler nennen kann, bekommt ein kleines Geschenkt und wer noch einen siebten Fehler findet, bekommt ein großes Geschenk.