Caspar David Friedrichs Geburtstag ist bereits vorbei. Wie Freddie Mercury, der 2026 seinen 80. Geburtstag hätte feiern können, ist er am 5. September zur Welt gekommen, beide haben eine Jungfrau Sonne auf 12 Grad. Und einen Löwe-Aszendenten. Allerdings ist der berühmte Maler nicht im 20. Jahrhundert geboren, sondern vor über 250 Jahren. Einige Themen seines Horoskops sind dennoch zeitlos.
Vier Planeten im Zeichen Jungfrau kennzeichnen diesen Künstler als genauen Beobachter, aber auch als fleißigen Maler, der Zeit seines Lebens auf der Suche nach dem perfekten Gemälde war. Seine Landschaften erzählen bis heute von der Liebe zu seiner Heimat und sie berühren Menschen, die sich der Natur nahe und verbunden fühlen.
Neben Sonne, Mond und Saturn ist Neptun als neuer Herrscher des Fischezeichens hier in seinem Exil zu finden. Neptun ist der Gott des Meeres und zu den vielfältigen Bewohnern der Weltenmeere gehört der Tintenfisch, lateinisch Sepia. Nun sind nicht alle Tintenfische Sepien, sie sind vielmehr eine Teilgruppe und an ihren Körpern befindet sich ein Tintenbeutel, der eine dunkle Tinte enthält, die zu Lebzeiten von Caspar David erstmals in der Malerei verwendet wurde. In früheren Jahrhunderten gab es zwar auch schon Sepia als Wasserfarbe mit einem rötlich-braunen Ton, doch diese Farbe, Blister genannt, wurde aus verbranntem Holz hergestellt.
Caspar David Friedrich entwickelte die Arbeit mit dieser Farbe bis zur Perfektion, indem er mehrere jeweils dünne Schichten übereinander zu Papier brachte und dadurch ganz besondere Lichteffekte erzielte. Später übertrug er diese Technik der Übermalung auf seine Arbeiten in Öl.
Seine Darstellung des Blick auf Kap Arkona ganz im Norden der Insel Rügen ist ein wunderschönes Beispiel für seine Kunst, diese Farbe einzusetzen. Das Original gehört zur Sammlung der Albertina, viele der berühmten Werke dieses Malers sind in Besitz der Hamburger Kunsthalle. Man kann sich lebhaft vorstellen, wie er um den Zeitpunkt seiner ersten Saturn-Wiederkehr akribisch mit diesen Farbtönen gespielt und experimentiert hat. Als Beispiel für die Deutung Neptuns in der Jungfrau ist Friedrichs Sepiamalerei ein eindrückliches Beispiel.
Das Horoskop verrät uns außerdem, dass dieser Maler kurz vor einem Jungfrau-Neumond zur Welt kam, dabei bildet seine Sonne eine enge Konjunktion zum aufsteigenden Mondknoten. Einen Tag nach seiner Geburt kam es zu einer ringförmigen Sonnenfinsternis, die jedoch nur in China, Thailand und auf den Philippinen in ihrer vollen Pracht zu sehen war. In Westeuropa war der Zeitpunkt der größten Finsternis morgens gegen 2 Uhr, genauer um 1.57 Uhr (UT), also mitten in der Nacht.
Noch vor den Sommerferien ist das Buch von Petra Niehaus und mir zu Chiron im Chironverlag (wo auch sonst) erschienen. Erfreulicherweise scheint es in der Astro-Community gut anzukommen, obwohl wir uns erlaubt haben, gängige Deutungsmuster zu hinterfragen und einige Kritik an der ausschließlichen Deutung Chirons als Wunde formulieren.
In einem großen Kapitel über Chiron in der Mythologie zeigt Petra auf, dass es viele Möglichkeiten gibt, andere Lesarten für eine Deutung Chirons im Horoskop zu entwickeln und im anschließenden Kapitel schreibe ich über die Attraktivität des verwundeten Heilers und das offenkundige Bedürfnis der heutigen Astrologen, im Horoskop einen Ort für seelische Verletzungen zu finden. Die aber – und das soll hier nicht unerwähnt bleiben – viel passender an anderen Stellen im Horoskop gefunden werden können.
So habe ich mich besonders über zwei Zuschriften gefreut: Silvia L. bedankt sich in ihrer Mail, dass „für das tolle Buch, was mich doch etwas bescheidener und vorsichtiger mit der Deutung von Chiron umgehen lässt.“ Und Anna T. schreibt auf ihrem Insta-Account. „Liebe Monika und Petra, herzlichen Dank euch für dieses tolle Buch! Es war das einzige, was ich geschafft habe, im Urlaub zu lesen und wie ihr seht gleich mit vielen Markierungen! Danke für die Anregung, Chiron aus einem anderen Blickwinkel zu betrachten! Damit kann ich sehr viel anfangen!“
Besonders haben wir uns auch über diese E-Mail von Rani gefreut: „Liebe Monika, liebe Petra, ein feines kleines Büchlein habt ihr da verfasst, das auf den wenigen Seiten so viel Substanz enthält! So viel tiefes Nachdenken, so viel gründliche Recherche, Arbeit sicher von vielen Jahren. Chapeau, ich bin wirklich begeistert! Ich bin euch sehr dankbar für all diese Denkanstöße, diese Anregungen und Ermutigungen dazu, scheinbaren Konsens in Frage zu stellen, in andere Richtungen zu denken und zu deuten, sich selbst nochmal ganz neu auf den Weg zu machen, neugierig und offen und erkundend. Es positiv zu nutzen, dass wir mit Chiron immer noch forschende Pioniere sein dürfen. Schon seit dem Artikel im Meridian finde ich die Deutungen von Chiron an Aphel und Perihel besonders kostbar.“
Mein Freund Wieland ist ebenfalls ein alter Bochumer, aber schon vor langer Zeit nach Berlin gezogen. Er ist kein Profi-Astrologe, aber immer interessiert an astrologischen Themen. Er hat sich das Buch direkt nach der Ankündigung in meinem Newsletter bestellt, sofort gelesen und mir eine Mail geschickt: „Herzlichen Glückwunsch! Schon das Cover gefällt mir. Was für ein tolles Gefühl, so ein Buch in der Hand zu halten, wenn man es geschrieben hat, und fast so toll, wenn man es lesen darf.
1977, da hast Du mich ja darauf hingewiesen. Nach meinem Gefühl fing die Veränderung etwas früher an. Die Frauen traten wieder in die Gesellschaft ein. Was ich nie verstehen werde, wie sie in Deutschland als starke Trümmerfrauen, dann in den ganzen 50er und 60er Jahren, wieder am Herd gelandet sind und offensichtlich zufrieden waren. Aber der Höhepunkt war 1977. Es stimmt alles. Ich erinnere mich auch sehr gut an die Typen von der RAF. Desperados, die nicht bereit waren, sich auf die Bevölkerung einzulassen. Und dann Angela Merkel: Das Gefühl von Irritation und Fremdheit, der tiefe Bruch der Lebensform, die Erschütterung des Weltbilds und die Neuausrichtung: Ich habe den Eindruck, das ist mir auch mehrmals begegnet. Herzlichen Dank. Ich wünsche Dir viel Erfolg mit dem Buch.“
Im Kapitel über das Jahr 1977, dem Jahr der Entdeckung Chirons, habe ich nämlich versucht, den Zeitgeist dieses Jahres zu beschreiben und spanne einen weiten Bogen vom Start der Raumsonden Voyager 1 und 2, die wenige Wochen vor der Entdeckung Chiron auf ihre lange Reise geschickt wurden – und immer noch unterwegs sind – bis hin zu angesagten Uni-Seminaren, etwa über Michel Foucaults und Klaus Theweleits Männerfantasien. Natürlich fehlen die ersten Schritte auf dem Weg zur Erfindung des Internets ebenso wenig wie der legendäre erste Apple Computer.
Verena Ritter hat für den Meridian eine Rezension verfasst, die in der nächsten Ausgabe erscheinen wird. ich erlaube mir hier, ihre letzten Sätze zu zitieren: „Chiron und das Anders-sein“ ist kein Buch für Leser, die nach einfachen Antworten suchen. Es ist vielmehr eine Einladung zum Nachdenken, Forschen und Diskutieren. Gerade darin liegt seine besondere Stärke. Den Autorinnen gelingt es, fundierte Recherche, kritische Reflexion und astrologische Praxis zu einer anregenden und gut lesbaren Einheit zu verbinden. Wer bereit ist, vertraute Interpretationen zu hinterfragen und Chiron aus einer neuen Perspektive zu betrachten, wird dieses Buch mit großem Gewinn lesen.“
Petra und ich freuen uns, wenn die Diskussionen um die Bedeutung und Deutung Chirons mit unserem Buch noch einmal neu belebt wird. Der Zeitpunkt für diese Veröffentlichung ist gut gewählt. Seit seiner Entdeckung im November 1977 hat Chiron jetzt bald seine erste Runde durch alle 12 Zeichen des Tierkreises gedreht. Wir sind gespannt auf weitere Diskussionen und freuen uns über kontroverse und fruchtbare Auseinandersetzungen mit unseren Standpunkten und Deutungsversuchen.
Zum guten Schluss muss leider das Fehlerteufelchen auch noch erwähnt werden. Trotz aller Sorgfalt haben inzwischen fleißige und kundige Merkure inzwischen sechs Fehler entdeckt. Manche fallen sofort auf,. für andere Fehler muss man schon sehr sorgfältig lesen. Wer uns per E-Mail alle sechs Fehler nennen kann, bekommt ein kleines Geschenkt und wer noch einen siebten Fehler findet, bekommt ein großes Geschenk.
Update: Im Newsletter vom Deutschen Astrologenverband (DAV) ist das Buch nun auch rezensiert worden, bitte hier klicken!
Anfang des Monats habe ich an einem Symposium zu den Perspektiven der Sterndeutung in der Nähe von Basel teilgenommen. Da mein M.A. Abschluss mit einer Arbeit über Rudolf Steiners soziale Dreigliederung fast auf den Tag genau 40 Jahre zurücklag, fand ich es stimmig und an der Zeit, endlich das Goetheanum zu besuchen.
Dieser prachtvolle Bau, ca. 10 Kilometer südlich von Basel gelegen, ist die Pilgerstätte der Anthroposophen oder korrekter ausgedrückt der Sitz der Allgemeinen Anthroposophischen Gesellschaft und gleichzeitig ein Festspielhaus. Zufall oder Plan? ich hätte am Tag meines Besuchs um 16 Uhr die Generalprobe für Faust 1 und 2 erleben können, ich war jedoch früh am Morgen dort, bei Temperaturen nahe der 40 Grad und zog es vor, am Nachmittag lieber noch einmal im Rhein zu schwimmen.
Doch das Gebäude, die Umgebung und die Atmosphäre oben auf dem Hügel, ca. 10 km südlich von Basel, hat mich berührt und beeindruckt. Der Bau aus Beton ist nach Entwürfen von Steiner selbst zwischen 1925 bis 1928 errichtet worden, nachdem das erste Goetheanum, das zu großen Teilen aus Holz gebaut worden war, in der Silvesternacht 1922/1923 durch Brandstiftung vernichtet wurde.
Um diesen weltbekannten Betonbau herum sind rund 180 weitere Gebäude entstanden, die man auf vier Architekturpfaden besichtigen kann, darunter eine Fachschule für anthroposophische Heilpädagogik und zahlreiche Wohnhäuser mit Ateliers. Allen Gebäuden ist gemeinsam, dass sie weitestgehend auf rechte Winkel verzichten und Steiners Lehre vom Wesen des organischen Bauens widerspiegeln.
Rudolf Steiner, 25. Februar 1861, 23.15 Uhr (LMT), Krajevec, Croatia
Datenquelle: Astrodatabank mit einem XX-Rating
Im Horoskop, dessen Geburtszeit umstritten ist, fällt die Venus im Wassermann auf, sie befindet sich gegenüber von Jupiter im Löwe nahe der Himmelsmitte. Man ist geneigt zu sagen, dass der seinerzeit innovative, expressionistische Baustil (Wassermann) mit seiner eigenen Ästhetik (Venus) monumental (Jupiter) und prächtig (Löwe) daherkommt und gleichzeitig zum Verweilen einlädt.
Zudem hatte ich das große Glück, dass eine Ausstellung zu Steiners Leben und Werk, die im März 2025 zum 100. Jahrestag seines Todes eröffnet wurde, bis 30. August diesen Jahres verlängert worden ist. So konnte ich die Stationen seines Lebens, die mich vor über 40 Jahren so lange Zeit beschäftigt haben, noch einmal nachvollziehen und mich sowohl an einem Foto des jungen Steiner erfreuen als auch an Dokumenten zu der Zeit um 1900, als er in der Berliner Kunst- und Literaturszene unterwegs war.
Sofern die hier abgebildete Geburtszeit stimmt (sie wurde von Steiner selbst in einem Brief mitgeteilt), befindet sich die Konjunktion von Neptun und Merkur im Zeichen Fische direkt an der Spitze des fünften Hauses. Vermutlich war Rudolf Steiner tatsächlich hellsichtig und empfindsam, aber mit seiner Sonne-Saturn-Opposition ist er im Laufe der Jahre ist unter den Anforderungen, die er sich selbst auferlegt hat und die an ihn gestellt wurden, verhärtet oder sollte man besser sagen versteinert. Ältere Fotos von ihm lassen jedenfalls vermuten, dass seine zarte Fische-Seele unter all der Last zusammengebrochen ist.
Dennoch bleibt sein Vermächtnis und auch wenn es heute berechtigte Kritik an seinen Ideen gibt (oder an der mangelnden Weiterentwicklung seiner Ideen), hat er wichtige Impulse in die Welt gesetzt und er war zweifelsohne ein großer Idealist.
Es ist schon ein paar Tage her, da wurde in Berlin die goldene Lola verliehen, der renommierte Filmpreis der Deutschen Filmakademie. Wim Wenders erhielt den Ehrenpreis und nutzte die Gelegenheit, um sich öffentlich zu den Vorwürfen von Nastassja Kinski zu äußern.
Denn 1975 hatte er mit der damals 13-jährigen Schauspielerin einen Film gedreht, in dem Nastassja Kinski mit nackten Oberkörper und nur mit Unterhose bekleidet zu sehen ist und dabei von einem alten Mann geohrfeigt und gleichzeitig gestreichelt wird. Offensichtlich hat Kinski, die im Januar ihren 65. Geburtstag feierte, den berühmten Regisseur einige Jahre lang vergeblich darum gebeten, dass diese zweiminütige Szene aus dem Film herausgeschnitten wird – und Wim Wender soll sich sehr lange verweigert bzw. nicht reagiert haben.
Wer mehr über den Hintergrund der ganzen Geschichte erfahren möchte, kann die Namen Wenders und Kinski googeln. Inzwischen ist der Film nach den Diskussionen der letzten Wochen aus dem Verleih genommen worden. Gut so! Das war überfällig. Und genau genommen steht dieser Vorfall exemplarisch für gesellschaftliche Veränderungen seit der MeToo-Bewegung und verdeutlicht die immer noch krass unterschiedlichen Wahrnehmungen einer Situation aus der männlichen und der weiblichen Perspektive.
Davon abgesehen ist es interessant, sich die Horoskope der beiden Beteiligten und vor allem das Combin anzuschauen. Pluto ist in 2025 und Anfang 2026 dreimal über die Sonne im Wassermann von Nasstasja Kinski gelaufen. Im Herbst dieses Jahres bleibt er nach seiner monatelangen Retrophase einige Wochen stationär im Orbis von einem halben Grad auf dieser Sonne, um dann im Dezember 2026 ein letztes Mal exakt über die Sonne zu transitieren.
Nastassja Kinski, 24. Januar 1961, 0.54 Uhr (MEZ), Berlin, D
Datenquelle: Astrodatabank mit einem AA-Rating
Gleichzeitig hat Pluto in den letzten Jahren ein Quadrat zu ihrem Aszendenten (und damit auch zu ihrem Deszendenten) gebildet. Wer einen harten Plutotransit über persönliche Planeten überlebt hat, kann sich vorstellen, wie sich diese Frau in den letzten Jahren gefühlt hat, zumal die Konjunktion von Saturn und Neptun ihren Mars als (alten) Herrscher des Aszendenten von April 2025 bis April 2026 drangsalierte.
Man möchte ihr wünschen, dass sie mit dem heutigen Wechsel von Jupiter in Löwe endlich sich selbst feiern kann, für den Mut, den sie in den letzten Jahren aufbringen musste und für ihr Durchhaltevermögen. Denn mit Neptun direkt neben Saturn war es sicher nicht leicht, beharrlich dranzubleiben, wenn das Gegenüber mauert und überhaupt nicht reagiert.
Das Combin schenkt weitere Einsichten in die Beziehungsdynamik dieser beiden Menschen, die über viele Jahre hinweg gut befreundet waren – und es jetzt vielleicht nicht mehr sind?
Combin von Nastassja Kinski und Ernst Wilhelm (Wim) Wenders, 5. Mai 1953, 0.04 Uhr (UT), 10°04 E, 51° 51`N
Wenders als der Ältere wird beschrieben mit einem Zwillinge-Mars in Haus2, der gerade vom laufenden Uranus Besuch bekommt. Er ist außerdem der Widder-Merkur und die Stier-Sonne im ersten Haus und vermutlich schlicht und einfach in der stärkeren Position, während Nastassja Kinski mit einer Widder-Venus im 12. Haus verloren erscheint und mit einer Saturn-Neptun-Konjunktion gegen den Widder-Merkur ankämpfen muss bzw. musste.