Aufregungen um das letzte Update der Astro-App Astroworx

In den letzten Wochen war die Aufregung in meinen Astrologie-Gruppen groß. Durch ein Update der App Astroworx hatten viele Teilnehmer*innen ihre Horoskope verloren. In der Online-Ausbildung wurde mir zudem berichtet, dass diese App, die ich bislang aufgrund ihrer vielen Funktionen und des günstigen Preises immer empfohlen hatte, auf ein Abomodell umgestellt wird.

  

Es dauerte ein paar Tage, bis ich Zeit fand, mich um das Problem mit den verlorenen Daten zu kümmern, zumal ich Astroworx aktuell nur auf iOS-Geräten nutze – und nicht auf Android-Tablets oder Smartphones nutze. Doch für iPhones und iPads gab es kein Update und damit auch keine verschwundenen Horoskope.

Des Rätsels Lösung war dann ganz einfach. Denn auf der Suche nach den Kontakdaten der Firma Indiworx, die Astroworx 2013 auf den Markt brachte, fand ich nicht nur ausführliche Supporthinweise, sondern auch Erklärungen, warum Android-Nutzer die App zukünftig nur noch mit einem angemeldeten Account nutzen können. Und besonders wichtig: der faire Preis bleibt erhalten, solange die App nicht gewerblich genutzt wird. Wer allerdings mit den Textmodulen, die in die App integriert sind oder mit den Horoskopen ein Business eröffnen möchte, muss sich für das Abomodell entscheiden.

Natürlich habe ich meinen Gruppen den Link zur Lösung der Probleme sofort zukommen lassen, aber als Serviceblog für Apps und Software soll hier auch noch einmal darauf hingewiesen werden, dass Astroworx im deutschsprachigen Bereich die beste Astro-App bleibt, trotz der neuen Regelungen für die Androidversion. Die moderate Preiserhöhung um einen Euro auf 10,99 Euro bedeutet immer noch ein sehr gutes Preis-Leistungsverhältnis und ich werde meinen Astrologie-Schülerinnen und Schülern diese App weiter empfehlen können.

Bildhinweis: Die wunderschönen Blankoformulare, die Sie hier sehen können, lassen sich in einer hohen Auflösung auf der Seite von Indiworx herunterladen.

Astrokalender Sternenlichter 2024

Der Astrokalender für 2024 liegt auf meinem Schreibtisch und wie jedes Jahr freue ich mich über diesen Begleiter für das astrologische Jahr. In meinen Stundenastrologie-Seminaren weise ich auf die Aspekte für jeden Tag hin – und dass die Mondaspekte und der Mond in seinem Verlauf mit einem Blick erfasst werden können, inklusive der voidofcourse-Stellung des Mondes.

Nun gibt es diesen Kalender im vierzigsten Jahr – und es wird der letzte Astrokalender sein. So hat es Petra Niehaus, die Herausgeberin des Sternenlichter-Kalenders entschieden. Passend dazu beschäftigen sich alle Texte in dieser Ausgabe mit den Themen Abschied, Loslassen. Sterben oder einfach Aufhören. Auf Seite 128, mitten im Juni und der Zwillinge-Zeit vom Kalender bedankt sich Petra bei allen 73 Autorinnen und Autoren, die seit 1984 Artikel für einzelne oder auch für ganz viele Ausgaben geschrieben haben.

In dieser Liste finden sich viele bekannte Namen, darunter auch manch eine geliebte Kollegin oder ein beliebter Kollege, die schon nicht mehr unter uns weilen, wie Beate Metz <3 oder Klemens Ludwig und Hans Hinrich Taeger. Viele meiner Freundinnen und Freunde in der Astroszene haben für den Kalender geschrieben, allen voran natürlich Petra, aber auch Mona Riegger, Christian König oder Harald Lebherz….

Auch ich gehöre sicher zu denen, die dem Kalender über Jahrzehnte die Treue gehalten haben und so bin ich gemeinsam mit vielen anderen Menschen traurig, dass ich die letzte Ausgabe in meinen Händen halte, aber gleichzeitig kann ich Petra sehr gut verstehen, denn 40 Jahre einen Kalender nicht nur zu planen, sondern zu gestalten, mit den Autor*innen zu kommunizieren, selbst Artikel zu schreiben, die Bilder und Daten zu organisieren. Das alles ist mit enorm viel Arbeit verbunden, die man dem, fertigen Produkt nicht unbedingt ansieht.

Was aber bleiben wird: die vielen Kontakte, die im Laufe von Jahren und Jahrzehnten über und mit dem Kalender entstanden sind und wie ich weiß, haben einige über 40 Jahre alle Kalender aufgehoben und somit ein kleines Archiv von astrologischen Artikeln zu 40 unterschiedlichen Themen zuhause. Das ist in allem Abschiednehmen ein tröstlicher Gedanke.

Und nicht zuletzt lehrt uns gerade die Skorpionzeit, dass mit jedem Loslassen der Raum für etwas Neues entsteht und so bin ich gespannt, was sich Petra Niehaus einfallen lässt, um ihr astrologisches Wissen weiter in die Welt zu tragen.

 

 

 

Halloween und Día de Muertos

Am 31. Oktober ist Halloween, als Samhain ein Festtag im Jahreskreislauf mit Wurzeln in der keltischen Mythologie. Der 1. November hingegen ist ein christlicher Feiertag, Allerheiligen genannt. In Mexico wird der Tag der Toten, der Día de Muertos vom Abend des 31. Oktober bis zum 2. November gefeiert.

Auch die Spiele-App PokemonGo, die aus Japan kommt, würdigt die Tage der Toten. So erscheinen vor allem Geister-Pokemons wie das hier abgebildete Kürbis-Pokemon. Allen Feierlichkeiten ist gemeinsam, dass sie uns auf ein jahreszeitliches Phänomen aufmerksam machen. Und zu diesem Phänomen gehört, dass die Grenze zwischen der Welt der Lebenden und der Welt der Toten durchlässig ist. Deshalb sind Geister und Zombies in der Nacht unterwegs, doch auf einer tieferen Bedeutungsebene geht es darum, an die Verstorbenen zu denken und sich der eigenen Endlichkeit bewusst zu werden.

Astrologisch gesehen gehören die Themen rund um den Tod und das Sterben zum Zeichen des Skorpions, der als achtes Zeichen im Tierkreis den Novembermonat regiert. Die klassische Astrologie kennt zudem die Via combusta. Dieser verbrannte Weg befindet sich zwischen 15 Grad Waage und 15 Grad Skorpion und ist traditionell ein ungünstiger Ort.

Der arabische Astrologe Al Biruni erklärt mit Hilfe der antiken Würdenlehre, warum die letzten Grade in der Waage und die ersten Grade im Skorpion mit soviel negativer Energie verbunden ist, denn im Skorpion steht der Mond im Fall, in der Waage die Sonne. und Sonne und Mond sind die Hauptlichter der Astrologie. Dazu kommt, dass zwei klassische Übeltäter in diesen Zeichen „günstig“ stehen. Mars ist der alte Herrscher des Skorpions, Saturn ist in der Waage erhöht.

Wer das Verhältnis von Licht und Dunkelheit und die Dauer des Tages und der Nächte beobachtet, wird merken, dass in diesen Wochen die Dunkelheit massiv zunimmt. Der Tagesbogen der Sonne sinkt in der Skorpionzeit schneller als in der Waage oder im Schützen und durch die Zeitumstellung Ende Oktober spüren wir überdeutlich, wie die lichten Kräfte (ver)schwinden.

Auf diesem Hintergrund macht es Sinn, sich mit den dunklen Seiten des Lebens auseinanderzusetzen. Es geht um unsere eigenen finsteren Persönlichkeitsanteile, die wir gerne vor anderen verbergen und die von den jungianischen Psychologen als Schatten bezeichnet werden. Aber all die vielen Fragen rund um den Tod und das Sterben haben die Menschen schon seit Jahrtausenden beschäftigt und jede Kultur hat ihre eigenen Erklärungsansätze, um das geheimnisvolle Ende unseres Lebens auf der Erde zu verstehen.

An dieser Stelle ein Tipp, um sich diesem schwierigen Thema zu nähern. Wer zufällig in Berlin oder im Berliner Umland wohnt oder in den nächsten drei Wochen nach Berlin reist, kann bis zum 26. November im Humboldtforum die Ausstellung „un_endlich. Leben mit dem Tod“ besuchen. Sie ist sehr berührend und ich kann sie aus eigener Erfahrung wirklich empfehlen. Und am Día de Muertos, also am 1. und 2. November ist sogar der Eintritt frei.

Stundenastrologie und Magdalenas magischer Moment

In der Astrologie-Fortbildung Stundenastrologie geht es am zweiten Tag immer um die Deutung von Begegnungshoroskopen. Wer die Stundenastrologie gerade erst lernt, weiß zumindest sofort, welche Signifikatoren wichtig sind, nämlich die Herrscher von Haus 1 und Haus 7.

Anders als etwa beim Ereignishoroskop einer Taufe, bei dem zwar das zu taufende Kind auch den AC und den Herrscher des ersten Hauses repräsentiert wird, aber welches Haus und welcher Planet ist für die Taufe zuständig?

Begegnung Artemisia Gentileschi/Agostino Tassi, 2. Mai 1612, 1.00 Uhr (LMT), Rom, I

Dank meiner Freundin und Kollegin Astrid Petermeier, einer Kunsthistorikerin habe ich hier ein Beispiel aus dem Jahr 1612. Es handelt sich um eine Begegnung zwischen der Künstlerin Artemisia Gentileschi und dem Maler Agostini Tassi. Artemisia besuchte diesen Mann in einer Nacht im Gefängnis, sie wird dich Saturn und Mars im ersten Haus repräsentiert, der berühmte Maler Tassi ist in diesem Horoskop eine Stiersonne in Haus 3 und hat als Co-Signifikator den Jupiter Schütze in Haus 7.

Natürlich ist der berühmte Maler mit einem Jupiter in Löwe gut gestellt, allerdings sitzt seine Sonne in einem fallenden Haus. Artemisias Saturn im eigenen Zeichen in Haus 1 ist stark gestellt, aber im Verbund mit dem zweiten „Übeltäter“ Mars ahnen wir, dass es der Frau in dieser Begegnung nicht sonderlich gut geht. Stundenastrologisch interessant: der Mond ist void of course, er bildet in seinem Verlauf keine Aspekte mehr. Es wächst also keine große Liebe aus dieser Begegnung. Und wer um die Hintergründe dieser Begegnung weiß, wundert sich kein bisschen.

Mehr möchte ich hier gar nicht verraten, denn Astrid hat über dieses Stundenhoroskop ein wunderbares Buch geschrieben, mit dem Titel „Magdalenas magischer Moment“. Ich kann es nur empfehlen und auf Astrids Website wird erzählt, wie dieses Buch entstanden ist und wo man es kaufen kann (nicht bei Amazon bitte), am besten natürlich bei Astrid, die es auf Wunsch auch gerne signiert.

Bildnachweis: Das Gemälde von Artemisia Gentileschi ist eine Allegorie und verkörpert das natürliche Talent. Es ist in der Wikipedia als gemeinfrei verzeichnet.

Venus in Löwe und Phoenix Des Lumières

Wenn die Venus am 4. September nach gut sechs Wochen wieder vorwärts läuft, wird sie immer noch bis 9. Oktober im strahlenden Zeichen Löwe unterwegs sein. Gute vier Monate hat sie dann in diesem Zeichen verbracht. während sie normalerweise weniger als einen Monat in einem Zeichen verbleibt. Dass die Venus nicht nur für Liebesbeziehungen steht, sondern auch der Planet der schönen Künste ist, dürfte allgemein bekannt sein. Und dass die Kunst im königlichen Zeichen Löwen besonders prächtig sein muss, auch das versteht sich von selbst.

Dazu passend habe ich vor den NRW-Sommerferien die immersive Ausstellung über Gustav Klimt und Friedensreich Hundertwasser auf dem Gelände Phoenix-West in Dortmund-Hörde besucht. Immersiv bedeutet hier, dass ausgewählte Werke dieser beiden Künstler zu einer neuen Kunstform entwickelt wurden. Durch eine Kombination von Klang und der Projektion bewegter Bilder tauchen die Besucher in einer Art virtueller Realität ein. Als klassische Museumsbesucherin war ich skeptisch, ob dieses Spektakel, zu dem ich meine Familie eingeladen hatte, uns tatsächlich gefallen würde. Doch wir waren tatsächlich beeindruckt von der Umsetzung dieses Formats. Denn die bewegten Bilder, die an die Wände der alten Industriehalle projiziert werden und die begleitende Musik waren perfekt aufeinander abgestimmt. Da die Ausstellung vor den Sommerferien an einem Werktag wenig besucht war, konnten wir uns in aller Ruhe auf dieses sinnliche Erfahrung einlassen.

Noch bis Ende des Jahres läuft Phoenix Des Lumières und wie zuletzt zu lesen war, wird es ab Ende September an einzelnen Tagen ein zweites Angebot geben, eine unendliche Reise in den Kosmos. Die Vorschau erscheint arg Weltraum- und Raketenlastig, ich werde es mir trotzdem ansehen.

Für Besucherinnen und Besucher von außerhalb lohnt es sich, Zeit mitzubringen, neben der Ausstellung gibt es noch sehr viel mehr auf dem Gelände zu sehen: so steht der alte Hochofen, den einige vielleicht aus Dortmunder Tatorten kennen, direkt gegenüber. Und über einen Radweg kann man gemütlich zum Phoenixsee wandern und ein weiteres Beispiel des Strukturwandels im Ruhrgebiet begutachten. Denn bis 2001 befand sich auf dem Gelände ein riesiges Stahlwerk, das einst Hermannshütte und zuletzt Phoenix-Ost genannt wurde und zum Hörder Bergwerks-.und Hüttenverein gehörte.

Aus einer Industriebrache entstand im vergangenen Jahrzehnt ein Wohn- und Naherholungsgebiet. Das Stahlwerk würde übrigens von einer Firma aus China gekauft, abgebaut und in China wieder aufgebaut. Der sehenswerte Film „Losers and Winners“ des Filmkollektivs Loeken-Franke aus Witten dokumentiert die Demontage dieser gigantischen Anlage und wurde kürzlich erst im Rahmen des Kulturfestivals Ruhrtriennale noch einmal gezeigt.

Das bunte Ruhrgebiet der Anna Mentrup

Anna Mentrup wurde 1913 in Wanne-Eickel geboren. Sie war die Frau eines Bergmannes und Wanne-Eickel war damals dank des Bergbaus eine wohlhabende Stadt mit der schönsten Fußgängerzone des Reviers, der Kaiserpassage und einem der ersten Bahnhöfe entlang der ersten Eisenbahnlinie, die seit 1843 durch das Kohlerevier führte.

Heute ist diese Pracht und Herrlichkeit längst Geschichte, doch auch vor 100 Jahren war das Ruhrgebiet mit seinen Zechen und Stahlwerken eher grau und trist. Doch die Bilder von Anna Mentrup, deren Horoskop drei Planeten im Zeichen Schütze aufweist, sie sind bunt und fröhlich. Sie zeigen die Welt aus der Sicht einer naiven Künstlerin, die erst an ihrem 60. Geburtstag zu malen beginnt. Der Grund. ihr Sohn hatte ihr zum Geburtstag Buntstifte geschenkt.

Anna Mentrup, 16.12. 1913, 12.00 Uhr (MEZ), Wanne-Eickel, D

So malt und zeichnet Anna Mentrup ihre Umgebung und reiht sich damit ein in eine ganze Gruppe von Künstler*innen, die ohne jegliche Ausbildung an einer Kunsthochschule oder -akademie ihrer Fantasie Ausdruck verleihen und in den siebziger Jahren unter der Bezeichnung Laienkünstler bekannt(er) werden. Der wohl berühmteste unter den naiven Künstlern des Ruhrpotts ist Erich Bödeker, ehemaliger Bergmann aus Recklinghausen und 1971 verstorben. Seine Skulpturen aus Beton erzielen heute stolze Preise bei Auktionen und sind bei Sammeln begehrt.

Anna Mentrups Bilder sind vergleichsweise unbekannt, doch in Verbindung mit ihrem Horoskop zeigen sie, wie die Venus gegenüber von Saturn stehend nach der zweiten Saturnwiederkehr neue Möglichkeiten entdeckt, sich auszudrücken. Als Venus in Schütze kann sie mit ihrer Malerei der grauen Wirklichkeit einen optimistischen Touch verleihen. Leider ließ sich ihre Geburtszeit nicht in Erfahrung bringen, doch die starke Wasser- und Feuerbetonung im Horoskop lässt vermuten, dass es ihr gelungen ist, ein hohes Maß an Sensibilität (Wasser) mit Kreativität und Lebensfreude (Feuer) zu verbinden.

Die hier gezeigten Bilder habe ich in der Ausstellung abfotografiert. Sie zeigen das Schloss Strünke in Herne und einen Bildausschnitt der Zeche Pluto in Wanne-Eickel. Sie sind neben vielen anderen Darstellungen bis 15. Oktober im Heimatmuseum Unser Fritz zu sehen. Wer möchte, kann wenige 100 Meter weiter auf der anderen Seite des Rhein-Herne-Kanals die Künstlerzeche Unser Fritz besichtigen. Dort befindet sich das Atelier des Künstlers Helmut Bettenhausen, er ist der Sohn, der seiner Mutter zum 60. Geburtstag Buntstifte und einen Zeichenblock schenkte.