von Monika Heer | 15. März 2023
Die Liebe zur Kunst ist der Venus zugeordnet. Sie hat ihre Domizile im Stier und in der Waage, im Widder hingegen befindet sie sich in ihrer Exilstellung. Im Horoskop von Josef, den ich seit vielen Jahren kenne, hat die Venus nach dem Regelwerk der traditionellen Astrologie eine denkbar ungünstige Position. Sie ist im Widder und in Haus 8.

Ralf Josef Papenheim, 16. Mai 1966, 13.20 Uhr (MEZ), Bochum
Datenquelle: persönliche Auskunft
Aber sie ist ein schönes Beispiel dafür, dass die Bewertungen, die wir heute der hellenistischen Astrologie zuschreiben, nämlich eine Aufteilung in gut oder schlecht – schwach oder stark – gar nicht so gemeint war. Eine Exilvenus muss sich anstrengen, um all die Potenziale, die mit diesem Planeten einhergehen, zu entdecken. Sie braucht Zeit und Geduld, bis sie Harmonie und Schönheit zum Ausdruck bringen kann.

Diesen Prozess konnte ich bei Josef über Jahrzehnte hinweg beobachten, nämlich in seiner Liebe zur Kunst und dem tiefen Wunsch, Künstler zu sein. Hier zeigt sich auch die Sonne, die gemeinsam mit Mars im Stier und dem Mondknoten gegenüber vom Sehnsuchtsplaneten Neptun steht. Und die Venus, sie hat unermüdlich gelernt, sie hat sich Krisen gestellt und nie aufgegeben, das Handwerk von Jahr zu Jahr verfeinert und mit der ganzen Kraft des Widders das Ziel nie aus den Augen verloren. Und diese Ausdauer und Disziplin hat wunderbare Früchte getragen.

Am vergangenen Wochenende fanden in Bochum die Tage der offenen Ateliers statt. Nebenbei bemerkt, es ist erstaunlich, wie viel kreative Energie sich in den Hinterhöfen der Innenstadt verbirgt und welche spannenden Netzwerke in den letzten Jahren entstanden sind. Ich besuchte Josef in seinem Atelier und konnte die Vielfalt seiner Motive erneut entdecken. Bochumer Stadtansichten, mythische Szenen, schöne Männer und seine neuen Schöpfungen, gestickte Bilder!
Nun hoffe ich, dass das Gemälde mit dem Fördergerüst des Bergbaumuseums noch nicht verkauft ist, denn es möchte gerne in meinem Arbeitszimmer hängen, wie ich die letzten Tage merken konnte. Wer übrigens Ralf Josef Papenheim in seinem Atelier besuchen möchte, findet die Kontaktdaten auf seiner Website.

Ich kann versichern, mit seiner Stiersonne in Haus 9 ist er ein freundlicher Gastgeber. Am Sonntag zum Tag der offenen Ateliers gab es nicht nur Kaffee und verschiedene Teesorten, sondern auch drei selbstgebackene Kuchen, die alle sehr lecker waren.
von Monika Heer | 22. Februar 2023
Für einige Menschen ist jetzt die schönste Zeit des Jahres. Wie Rainer Maria Rilke in seinem Gedicht über den Vorfrühling schreibt, schreibt, verschwindet nun allmählich die Härte des Winters. Das Lebensgefühl, das Rilke hier beschreibt, entspricht den Inhalten, die in der Astrologie mit dem zwölften Zeichen Fische verbunden sind. Es ist die leise Ahnung, dass die Lebenskräfte wiederkehren können. Und es ist die Sehnsucht nach einer Zärtlichkeit, die an die Stelle einer Härte durch die langen und entbehrungsreichen Zeiten tritt.
Vorfrühling
Härte schwand. Auf einmal legt sich Schonung
an der Wiesen aufgedecktes Grau.
Kleine Wasser ändern die Betonung.
Zärtlichkeiten, ungenau,
greifen nach der Erde aus dem Raum.
Wege gehen weit ins Land und zeigens.
Unvermutet siehst du seines Steigens
Ausdruck in dem leeren Baum.
Nun ist in Rilkes Horoskop wenig Fische-Energie zu erkennen. Zwar bildet die Venus in Schütze ein Trigon zu Neptun und Uranus befindet sich im zwölften Haus, im Zeichen Fische steht jedoch kein einziger Planet.

Doch der alte Herrscher des Fischezeichens Jupiter ist bedeutsam. Im Skorpion und im dritten Haus stehend regiert er die Sonne in Haus vier und eben die besagte Venus. Rilke ein echter Wortkünstler, dem es immer wieder gelingt, unsere Sehnsüchte in einer schönen und gefühlvollen Sprache auszudrücken.

Wie auch immer lässt sich in diesen Tagen einmal mehr erleben, wie die Vorboten des Frühlings spürbar werden. Die ersten Tulpensträuße stehen in den Supermärkten, auf den Wiesen in der Stadt sind Krokusse und Schneeglöckchen zu sehen. Jetzt dauert es nicht mehr lange, bis die Stunden des Tages länger dauern als die Stunden der Nacht.
Das Zeichen Fische ist eng mit dieser Sehnsucht nach besseren Zeiten verbunden. Gleichzeitig ist dieser Monat vor Frühlingsbeginn eine Art Zwischenreich. Es ist nicht mehr Winter, aber es ist auch noch nicht Frühling. Dieser Zustand ist ungewohnt in einer Welt, in der ist ständig etwas zu tun und zu machen gibt. Doch jetzt dürfen wir innehalten und uns daran erinnern, dass das Nichtstun und die Muße notwendiger Bestandteil des Lebens sind. In diesem Sinne wünsche ich allen Leserinnen und Leser eine entspannte Fische Zeit und die kleinen Momente des Glücks, die heute wichtiger denn je erscheinen.
von Monika Heer | 22. Januar 2023
Heute vor 16 Jahren gingen die Neptunwelten an den Start. In Internetzeit gemessen ist dieses Astroblog inzwischen ein Dinosaurier. Zwei große Veränderungen hat es in all den Jahren gegeben: 2010 wurde die Astrologos-Website mit dem Blog zusammengelegt und im März 2022 wurde Astrologos nach zwölf Jahren mit einem nächsten Redesign hübsch und fit für die Zukunft gemacht.

Mit den Jahren werden nicht nur die Websites älter, sondern auch die Betreiber. Damit will ich sagen, dass es wohlmöglich langsam Zeit wird, sich zu überlegen, wie die stattliche Sammlung an Beiträgen und Horoskopen für nachfolgende Generationen erhalten wird, wenn ich irgendwann die Lust verliere oder wie mein wunderbarer Kollege Klemens Ludwig zu früh das Zeitliche segne. Oder wie mein geliebter Neffe D. viel zu früh und plötzlich und unerwartet diesen schönen Heimatplaneten Erde verlasse. In dieses Jahr 2019 fällt übrigens auch der einzige Monat in 16 Jahren, in dem hier kein neuer Beitrag erschienen ist.

Wenn ich mir das Horoskop angucke, sehe ich, dass die Neptunwelten bereits die erste Saturn Opposition zu Saturn gut überstanden haben. Und damit auch den Transit von Saturn über die Konjunktion von Venus und Merkur mit Neptun. Nun bin ich gespannt, was passieren wird, wenn Pluto über die Sonne und das MC wandert. Vielleicht mache ich dann endlich meine Ankündigung war und errichte auf der frei gewordenen Domain http://neptunwelten.de ein Fische-Museum.
Ende Januar 2025, also zum 18. Geburtstag wird Pluto zum ersten Mal über die Sonne laufen. Bis er am MC auf 6 Grad 17 Minuten angekommen ist, dauert es dann noch eine ganze Weile, im Januar 2028 findet die erste Konjunktion statt. Da ich Pluto nicht fürchte, bin ich gespannt auf die Veränderungen, die geschehen werden. Bis dahin werde ich munter weiter bloggen und freue mich immer noch, wenn ich lese oder höre, dass dieses Blog anderen Freude bereitet und sogar für Recherche und Forschungszwecke genutzt wird.
von Monika Heer | 16. Januar 2023
In der Januarausgabe der Astrologie-Fachzeitschrift Meridian ist ein Artikel von mir zum zwölften Haus erschienen. In diesem Text gehe ich auf die traditionelle Bedeutung dieses Hauses in der hellenistischen Astrologie ein und erkläre, wie heute in der psychologischen Astrologie dieses letzte der 12 Häuser gedeutet und verstanden wird.

Mit Hilfe von drei Beispielhoroskopen erläutere ich anschließend, wie sich die komplexen Inhalte im Leben eines Menschen auswirken können. Meine Beispiele sind Dominique Bauby, Virginia Woolf, deren Horoskop als eins der ersten in der Geschichte dieses Astroblogs publiziert wurde, welches übrigens lange unter eigener URL, nämlich den Neptunwelten gelaufen ist.
Das dritte Horoskop wird auf gänzlich neue Weise gedeutet, es handelt sich um eine Synastrie des Horoskops von Fritz Bauer mit dem Horoskop der BRD. Und nun die freudige Nachricht, dass alle, die den Meridian nicht abonniert haben, diesen Artikel auf den Seiten des Astrodienst lesen können, nämlich unter dieser URL „Die Rätsel des 12. Hauses“.
Als ich letzte Woche nach weiteren Horoskopen mit einer starken Betonung des zwölften Hauses auf meiner eigenen Website suchte, kam ich auf die Idee, dass vielleicht nicht alle wissen, mit welchem Suchbefehl sich über Google einzelne Seiten durchsuchen lassen. Es ist sehr einfach, man muss nur site: www.neptunwelten.de und anschließend den gesuchten Begriff eingeben, also z.b. 12.Haus. Ich war überrascht, wie oft ich in 15 Jahren zu diesem Thema etwas geschrieben habe, aber angesichts der Tatsache, dass der Name des Blogs Neptunwelten lange Programm war und immer noch ist, macht es Sinn, dass viele Beiträge von Neptun, Fische und Haus 12 handeln.
von Monika Heer | 16. Dezember 2022
Das genaue Jubiläum ist schon etwas länger her. Es war der 14. September 1822, also vor 200 Jahren, als es Jean-François Champollion gelang, die Hieroglypen zu entschlüsseln und damit wurde er zum Begründer der modernen Ägyptenforschung.
Schon im Alter von zehn Jahren war der Sohn eines Buchhändlers fasziniert von Geschichten über das alte Ägypten. Früh begann er, alte Sprachen, darunter arabisch, persisch und koptisch, das die Weiterentwickelung des Altägyptischen ist.

Jean-François Champollion, 23. Dezember 1790, 2.00 Uhr (LMT), Figeac, FR
Datenquelle: Astrodatabank mit einem B-Rating
Im Horoskop zeigt eine enge Konjunktion von Merkur und Sonne im Steinbock. Sie erklärt sein Interesse an der Vergangenheit und in Verbindung mit der Schütze-Venus seine Liebe zu einer fremden Kultur. Und Mars im Steinbock steht für die enorme Diszipin, mit der Champollion trotz vieler Hindernisse über 20 Jahre forschte, um die Sprache des alten Ägypten zu enträtseln.
Dank seiner jahrelangen Arbeit sind die alten Texte und Inschriften heute lesbar und davon hat auch die Astrologie profitiert. Denn das umfangreiche Wissen dieser alten Kultur über die Fixsterne, ihren heliakischen Auf- und Untergang und die Traditionslinien, die über Griechenland und die Araber bis ins Spanien des ausgehenden Mittelalters reichen, werden erforscht und bereichern die Astrologie des 21. Jahrhunderts.
Bildquelle: Die Abbildung zeigt die Göttin Nun mit der Sonne. Sie ist in der Wikipedia als gemeinfrei verzeichnet.
von Monika Heer | 14. November 2022
Die 39. Ausgabe des Astrokalenders „Sternenlichter“ hat dieses Mal einen zauberhaften Schwerpunkt. Die schönen Künste und die Horoskope von Künstlerinnen und Künstlern begleiten durch das Jahr. Der erste Artikel ist Berthe Morisot gewidmet, aber natürlich taucht zum Frühlingsbeginn – passend zum Titelbild – Vincent van Gogh mit seiner Widder-Sonne auf.

Wer den Astrokalender schon kennt, weiß es: die Wechsel der langsam laufenden Planeten in das nächste Zeichen werden in Extra-Kapiteln abgehandelt – und da stehen uns in 2023 zwei markante Wechsel bevor. Saturn tritt ins Zeichen Fische und bleibt dort bis 2026. Pluto schenkt uns einen ersten Einblick in die Jahrzehnte, in denen er im Wassermann unterwegs ist, denn ab dem 23. März bewegt er sich für knapp drei Monate auf dem ersten Grad des elften Zeichens.
Die täglichen Ephemeriden mit allen wichtigen Aspekten sind besonders für Stundenhoroskope hilfreich. Und wer im Anhang blättert, findet dort die Ephemeriden der Kleinplaneten mit Stichworten zur Bedeutung und außerdem die wichtigsten Transneptuner.
Der Kalender kann direkt beim Chiron-Verlag bestellt werden oder in der Buchhandlung Ihres Vertrauens. Die Herausgeberin und der Chironverlag freuen sich, wenn nicht beim großen A bestellt wird. Denn Jeff Bezos ist reich genug und die kleinen Buchhandlungen und Verlage sollen überleben.