Es ist schon etwas länger her, genauer am 21. September 2024, da habe ich mit meiner Kollegin Petra Niehaus auf dem Astro-Kongress in Bad Kissingen einen Vortrag über Chiron und seine Beziehungen gehalten. Wir haben unser „Forschungsprojekt“ und erste Ergebnisse vorgestellt und in den Wochen und Monaten danach weiter an unserem Buch über Chiron, den Zentauren gearbeitet.
Während Petra intensiv in die Mythologie rund um Chiron eingetaucht ist, habe ich mich mit den besonderen astronomischen Eigenschaften dieses 1977 entdeckten neuen Himmelskörpers beschäftigt und die neuen Erkenntnisse der Weltraumforschung in den letzten 50 Jahre akribisch erforscht.
Da wir beide ein Ausbildungszentrum leiten, unterrichten und beraten, waren wir viel länger als geplant mit Schreiben, Diskussionen, Überarbeiten, Nachdenkern und Neudenken beschäftigt. Doch am 2. Januar schrieb ich am Nachmittag den letzten Satz der Einleitung und habe selbstredend auf die Uhr geguckt.
Letzter gschriebener Satz des Chironbuchs, 2. Januar 2026, 15.27 Uhr (MEZ), Bochum, D
Datenquelle: eigene Auskunft
Wenig verwunderlich ist der Aszendent in diesem Ereignishoroskop auf dem letzten Grad in Zwillinge. In einem Fragehoroskop wäre dieser AC auf 29 Grad eine Deutungseinschränkung, üblicherweise ist es dann zu spät für eine Antwort. In diesem Ereignishoroskop aber wird sichtbar, dass etwas zu Ende geht, im Zeichen Zwillinge die lange Arbeit des Schreibens. Die hinter uns liegende Mühsal zeigt sich im Quadrat des AC zu Saturn und Neptun in den Fischen. Doch der Mond ist bereits im Krebs und auch Merkur im Steinbock haben den Kampf mit Saturn und Neptun hinter sich gelassen, sie stehen in einem neuen Zeichen und können zu neuen Ufern aufbrechen.
Freundlicherweise bildet der Mond ins einem weiteren Verlauf eine Konjunktion zu Jupiter und der letzter klassische Aspekt ist ein Trigon zu Saturn. Die Oppositionen zu den drei persönlichen Planeten Mars, Sonne und Venus im Steinbock sind der Tatsache geschuldet, dass nach diesem letzten Satz noch einige Korrekturrunden nötig waren. Dank Astrid Blumenstock, deren Merkur in der Jungfrau hoffentlich alle noch übrig gebliebenen Rechtschreibfähler entdeckt hat, konnten wir das fertige Manuskript ein paar Tage später an Reinhardt Stiehle und seinen Chironverlag schicken.
Nun hoffen wir, dass unser Buch im Frühjahr erscheinen wird. In diesem Jahr wird Chiron das erste Mal vom Widder in den Stier laufen, in das Zeichen, in dem seine Entdeckung am 1. November 1977 stattgefunden hat. Wir sind gespannt auf die Resonanz und hoffen, die Diskussion um die Bedeutung Chirons nach seiner ersten vollständigen Runde durch den Tierkreis zu beleben und neue Perspektiven zu ermöglichen.
P.S. Die Abbildung des Zentauren mit Nixen ist ein Gemälde von Ernst Albert Fischer-Cörlin, es ist in der Wikipedia als gemeinfrei gekennzeichnet.
Hand auf`s Herz. Wer von meinen Kolleginnen und Kollegen kennt Alexander L. Chizhevsky? Chithevsky wurde am 7. Februar 1897 geboren und war ein russischer Dichter und Maler. Er gehörte zur Gruppe der Kosmisten und hat als Biophysiker den Zusammenhang zwischen Sonnenstürmen und revolutionären Ereignissen erforscht. Sein Geburtsdatum ist der 7. Februar 1897, eine Geburtszeit ist nicht überliefert.
In der Ausstellung „Genossin Sonne“ im Dortmunder U läuft findet man direkt im Eingangsbereich eine große Wand. Sie illustriert, wie die Eruptionen der Sonne, die zum Phänomen der Sonnenstürmen führe, mit politischen Unruhen und Revolutionen einhergehen. Das alleine ist schon spannend genug, zumal der Eintritt in diesen Bereich der Ausstellung kostenlos ist.
Doch auch die zweite und kostenpflichtige Etage mit jeder Menge Videokunst, mit bewegten Objekten und Bildern lohnt sich. Neben der Darstellung des Tierkreiszeichens Zwillinge ist ein „richtiges“ Horoskop zu sehen, Marina Pinsky hat das ausgedruckte Horoskop für den 15. Juni 2015 künstlerisch bearbeitet. Sieben Aluminiumscheiben, die von der Decke hängen sollen gemeinsam mit diesem Horoskop zeigen, wie Menschen den geheimnisvollen Zusammenhang zwischen oben und unten erforschten und den Himmel kartografiert haben. Einen Schritt weiter sind alchemistische Zeichnungen zu sehen. Suzanne Treister hat hier die Titelseiten von internationalen Tageszeitungen umgewandelt und verfremdet.
Allein schon die Titel der meisten Werke wie „The New Sun“ oder „Chroniques Du Soleil Noir“ verraten, worum es in dieser Schau geht. Alles kreist um die Sonne und sie wird in ihrer Rolle als Mittelpunkt unseres Planetensystems aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet. Ihr energiespendendes Potenzial, ihr Licht, ihre Wärme und ihre Bedeutung für das Leben auf der Erde wird sichtbar gemacht, beispielsweise in einer Installation von Katharina Sieverding, die aus 200.000 Satellitenaufnahmen der Sonne besteht.
Besonders gut haben mir die Objekte von Sonia Leimer gefallen. Ihre Space Junk Skulpturen bestehen aus Abfällen des Weltraums, genauer aus Schrott von ausgedienten Satelliten und Raumschiffen, es sind die Überreste menschlicher Aktivitäten im All. im Flyer zur Ausstellung wird berichtet, das Leimer im Rahmen eines Projekts winzige Staubpartikel auf dem Dach des Wiener Naturkundemuseums untersuchte, um irdischen Müll von kosmischen Partikeln zu trennen. Wow!
Am Samstag, den 17. Januar gibt es um 15 Uhr eine Kuratorinnenführung. Leider endet die Ausstellung am Sonntag. Wer die Genossin Sonne vor Ort erleben möchte, sollte sich zügig auf den Weg nach Dortmund machen. Es lohnt sich.
Tana Schanzara ist im Ruhrgebiet eine Ikone, unsere „Perle aussem Pott“. In Bochum wird ihr 100. Geburtstag mit einer großen Feier im „Tanas“ gefeiert, dem Restaurant im Foyer der Kammerspiele, das nach ihr benannt ist.
Der Platz gegenüber vom Schauspielhaus ist ebenfalls nach ihr benannt und dort schaut sie als Skulptur auf den Ort, an dem sie über 50 Jahre in unzähligen Rollen aufgetreten ist. Und um die Ecke findet sich ihr Bild an einer Hauswand, als Pokestop heißt es übrigens Madame Rose.
Leider ist die Geburtszeit von Tana Schanzara nicht bekannt. Sie wurde in Kiel geboren und ist in Dortmund und Köln aufgewachsen. 1956 kam sie ans Schauspielhaus Bochum und blieb dort.
19. Dezember 1925, 12.00 Uhr (MEZ), Kiel, D
Datenquelle: Wikipedia, die Geburtszeit ist nicht bekannt
Mit Venus und Mond im Wassermann und einer Schütze-Sonne gesegnet, beherrschte sie die komischen Rollen, aber sie spielte auch oft genug Hauptrollen in ernsten und tragischen Stücken. Mit dem Regisseur Adolf Winkelmann hat sie gerne zusammengearbeitet, aber auch mit Detlef Buck oder Hermine Huntgeburth. Ihre Vielseitigkeit und ihr versierter Umgang mit Sprache ist mit mit einem rückläufigen Merkur in Schütze zu erklären. 1970 erschien übrigens ihre erste Schallplatte mit dem Song „Vatter aufstehn!“
In Bochum war sie überaus beliebt und geschätzt. Denn sie hat ihre Liebe zum Ruhrgebiet öffentlich zelebriert und ist ihrem Schauspielhaus treu geblieben. Claus Peymann soll nach seinem Wechsel von Bochum ans Burgtheater versucht haben, Tana aus Bochum nach Wien zu locken, vergeblich.
An ihrem 83. Geburtstag ist sie 2008 gestorben, in Bochum bleibt sie unvergessen. Herzlichen Glückwunsch zum 100. Geburtstag!
Viele Kolleginnen vermissen den Astrokalender Sternenlichter, der nun schon im zweiten Jahr nicht mehr erscheint. Petra Niehaus als Herausgeberin hatte sich entschieden, nach der 40. Ausgabe dieses Projekt zu beenden. Auch ich bedauere diese Entscheidung, kann sie aber gleichzeitig nachvollziehen.
Als Ersatz haben sich nun neue Möglichkeiten aufgetan. Neben dem Kalender von Markus Jehle hat Doris Häuschen aus der Schweiz einen ansprechenden Kalender im DINA5-Format entwickelt, der ähnlich wie Petras Kalender die täglichen Aspekte listet. Außerdem wird für jeden Tag das Horoskop mit Planeten und Aspekten für 0.00 Uhr des Tages anzeigt. Neben den klassischen Aspekten sind Halbsextile und Quincunxe aufgeführt.
Wer sich in der Astrologielandschaft ein wenig auskennt, wird schnell merken, dass die Autorin der Huber-Schule nahesteht. Seinerzeit von Bruno und Louise Huber als API (Astrologisch-Psychologisches Institut) gegründet, war diese Schule mit Sitz in Zürich einige Jahrzehnte sehr erfolgreich. Und die Hubers haben die Astrologie mit einigen Neuerfindungen bereichert.
Dazu gehört auf die Deutung der zahlreichen Aspektfiguren, die sich in einem Horoskop bilden könne, vor allem wenn die oben genannten Nebenaspekte einbezogen werden. Diese Figuren werden ebenfalls für jeden Tag aufgeführt und alle zusammen im Anhang in einer Übersicht mit ihren Namen vorgestellt.
Alles in allem stehen damit für die Astroprofis alle wichtigen Informationen des Tages auf einer Seite und das Format des Kalenders schenkt in der unteren Hälfte jeder Seite reichlich Platz für persönliche Einträge oder Terminplanungen.
Der Kalender ist optisch ansprechend gestaltet. Aus meiner Sicht gibt es nur einen Nachteil: die Größe und das Gewicht, man mag diesen Kalender vielleicht nicht täglich mit sich herumtragen und lässt ihn am besten gleich am Schreibtisch liegen. Auch noch erwähnenswert: im Newsletter von Birgit von Borstel las ich, dass es eine siderische Version geben wird, wenn sich genügend Interessierte melden.
Meine zweite Empfehlung ist der SonneMondKalender von Liliana Djordjevic, der wie der Name vermuten lässt den Schwerpunkt auf den jährlichen Zyklus von Sonne und Mond legt und diesen in einer ästhetischen und ansprechenden Form als Mandala präsentiert.
Der Kalender ist mit viel Liebe handgezeichnet und es gibt ihn als Poster und als Postkarte, Das Poster zeigt den ineinandergreifenden Zyklus von Sonne und Mond als spiralförmige Entwicklungslinie. Die Künstlerin selbst schreibt auf ihrer Website: „Man kann ihm viele oder nur wenige Informationen entnehmen oder ihn als Mandala auf sich wirken lassen. Er lädt ein, den Tanz von Sonne und Mond durch den Jahreskreis zu beobachten und eigenes zu entdecken und zu erfahren.“ Ein schönes Geschenk, das man sich selbst oder anderen Mond-Freundinnen machen kann.
Die Postkarte ist kein Kalender, die Info sind zu klein und auch mit Lupe nicht lesbar. Doch als ein farbiges Sonne-Mond-Mandala zum unschlagbaren Preis von einem Euro möchte ich ihn gerne empfehlen. Ich werde ihn zum Jahresende oldschool-mäßig sicher als Gruß an liebe Astro-Kolleginnen und Kollegen versenden.
Zu einer astrologischen Romreise gehört unbedingt der Besuch einer Kirche, die in der Nähe des Hauptbahnhofs Termini liegt. Es ist die katholische Santa Maria degli Angeli e dei Martiri, die im 16. Jahrhundert von Michelangelo umgebaut wurde. Vor dem Umbau war diese Kirche ein Teil der antiken Thermen, die der Kaiser Diocletian rund 300 Jahre n.Chr. bauen ließ.
Im rechten Seitenarm dieser Kirche befindet sich ein erstaunliches astronomisch-astrologisches Kunstwerk, die Linea Clementina, benannt nach Papst Clemens XI., der sie in Auftrag gab. Die Linie ist 45 Meter lang und aus Bronze, von weiß-gelbem Marmor und den 12 Tierkreiszeichen umgeben.
Durch eine kleine Öffnung hoch oben in der Wand fällt ein Sonnenstrahl genau auf diese Linie und wandert im Laufe des Jahres den Meridian entlang. Damit wird die Frühlings-Tag und Nachtgleiche exakt angezeigt. Im Kirchenjahr ist dieser Tag wichtig zur Bestimmung des Osterfests, das bekanntlich immer am Sonntag nach dem ersten Frühlingsvollmond stattfindet. Zur Sonnenwende fällt der Lichtstrahl genau auf das Zeichen Krebs.
Es ist beeindruckend, wie präzise diese Messlinie vor über 300 Jahren in den Fußboden der Kirche eingearbeitet wurde. Am 6. Oktober 1702 wurde der Meridian eingeweiht und kann seither von allen Besuchern dieser Kirche besichtigt werden. Der Eintritt ist frei.
Linea Clementina. 6. Oktober 1702, 11.50 Uhr (LMT), Rom, I
Datenquelle: Handout Roma Eterna 2 von Ernst Ott
Das Horoskop am Tag der Einweihung, hier mit einer hypothetischen Zeit um 12 Uhr mittags, zeigt einen Vollmond auf der Widder-Waage-Achse und eine weite Konjunktion von Saturn und Neptun (mit Jupiter) im Widder, ein hoffnungsfrohes Zeichen für die im Februar 2026 stattfindende exakte Konjunktion dieser beiden Langsamläufer auf 0 Grad Widder.
Astrologie-Ausbildungen sind nicht nur für Astrologie-Schülerinnen spannend und lehrreich. Ich lerne in jeder Astrologie-Gruppe von den Menschen, die zu mir kommen. Ihre Horoskope werden im Laufe der Zeit lebendig und sie erzählen von Dingen, die ich noch nicht kannte und wusste. Ingrid Kellner nahm an meiner ersten Online-Astrologieausbildung teil und von ihr hörte ich zum ersten Mal, dass es in Wien zu Beginn des 20. Jahrhunderts Planetenverkäufer gab.
Sie verkauften Glücksbriefe, die Planeten genannt wurden. Diese lagen in einem Kasten und wurden von einer dressierten Maus oder einem Papagei für den Käufer aus dem Kasten gezogen. Die Briefe enthielten Losnummern, mit denen man an einer Lotterie teilnehmen konnte. Vereinzelt wurden aber auch Horoskope verkauft. Heute ist dieser Beruf ausgestorben, schade!
Doch Ingrid, die als Illustratorin und Autorin arbeitet, hat ihnen ein Denkmal gesetzt und eine lustige und anrührende Geschichte über den Planetenverkäufer Hanse geschrieben. Die Planetengötter, allen voran Merkur und Jupiter, der gemeinsam mit Merkur das Glücksspiel regiert, spielen hier eine zentrale Rolle. Doch alle anderen Planeten eines Horoskops, sogar Chiron, kommen ebenfalls vor, außerdem Athene, Hestia und die drei Schicksalsgöttinnen, die bekanntlich mächtiger als der oberste Gott im Olymp sind. Sie alle begeben sich nach Bayern, genauer nach Weilheim und begegnen dort im Jahr 1951 den Menschen in dieser Kleinstadt.
Man ahnt es, die Autorin verarbeitet ihre eigenen Erfahrungen als Kind in der Nachkriegszeit. Der Hanse ist übrigens seines Zeichens Jungfrau, er ist am 21. September 1928 zur Welt gekommen, seine Geburtszeit wird nicht genannt, aber selbstredend steht er unter dem Schutz Merkurs. Obwohl er in den letzten Kriegstagen sein Bein verlor und an Krücken durch die Gegend humpelt und sich dann auch noch unglücklich verliebt .
Doch die ganze Geschichte, in der die Planeten eine zentrale Rolle spielen und die Handlung vorantreiben, nimmt ein Happy End und mehr soll hier nicht verraten werden. Ich habe beim Lesen viel Spaß gehabt, denn sowohl die Götter als auch die Menschen werden mit viel Humor, Fantasie und Liebe treffend charakterisiert.
Das Buch kann direkt bei Ingrid Kellner bestellt werden, ist aber auch im Buchhandel für 11,90 Euro zu bekommen: Ingrid Kellner Der Planetenverkäufer oder die Götter in Bayern. Die ISBN-Nummer lautet 9783-7693-1814.2. Wer nicht bei Ingrid bestellen möchte, sollet dies im örtlichen Buchhandlung tun, bitte nicht bei Amazon. Jeff Bezos ist reich genug.
Bildquelle: Das Foto eines Wiener Planetenverkäufers ist von Emil Mayer und in der Wikipedia als gemeinfrei verzeichnet.
Noch bis zum kommenden Wochenende ist eine großartige und faszinierende Ausstellung in der Kunsthalle in Recklinghausen zu sehen. Die amerikanische Künstlerin Judy Chicago stellt einen großen Teil ihres Werks unter dem Titel „Revelations“ aus.
Zum Finissage Wochenende heißt es Eintritt frei am Samstag und am Sonntag um 11 Uhr gibt es nochmal eine öffentliche Führung, die für die Arbeiten dieser Künstlerin sicher empfehlenswert sind.
Judy Chicago studierte Kunst in Chicago und bemerkte relativ früh während ihres Studiums, dass Frauen in der Kunst extrem unterrepräsentiert sind und dass sie auch bei modernen Künstlern nur schmückendes Beiwerk sind oder als Muse dienen dürfen.
In den siebziger Jahren entstand ihr bahnbrechendes Werk, die „Dinner Party“. 39 Frauen aus der westlichen Geschichte werden an einer dreieckigen Tafel versammelt und die Tischplätze mit klassisch-weiblichem Kunsthandwerk in Szene gesetzt, nämlich mit kunstvoll bestickten Läufern und Keramiktellern.
An diesem Projekt waren rund 400 Frauen über fünf Jahre beteiligt. Heute ist diese Installation dauerhaft in einen Museum in Brooklyn zu sehen. In Recklinghausen kann man ein unterhaltsames Video über die Entstehung der Dinner Party anschauen.
Das Plakat Rainbow-Warrior, das auch in der Ausstellung zu sehen ist, hat sie 1980 für Greenpeace entwickelt, für das gleichnamige Schiff, das Teil zahlreicher Kampagnen dieser Organisation war.
Themen wie der Schutz des Lebens und des Klima, die Geburt und das Gebären und die Rolle der Frauen in der Geschichte prägen ihr Werk bis heute. Sie ist eine feministische Ikone und ein echtes Role Model für junge Künstlerinnen.
Judy Chicago, 20. Juli 1939, 12.00 Uhr (CDT), Chicago, USA
Datenquelle: Wikipedia, die Uhrzeit ist nicht bekannt
Chicago ist eine mutige Frau, das zeigt sich in einer Mars-Pluto-Opposition und Pluto auf dem ersten Grad im Löwen steht noch nahe genug bei der Krebs-Sonne, so dass es nicht verwundert, wie unerschrocken sie sich seit nunmehr über 50 Jahren für die Interessen und Themen der Frauen und der Natur einsetzt.
Da ihre Geburtszeit nicht bekannt ist, habe ich das Horoskop in guter alter Tradition für 12 Uhr mittags erstellt. Selbst wenn ihr Mond keine genaue Konjunktion zu Neptun bilden sollte, kann man sich gut vorstellen, wie Neptun einerseits uns Uranus andererseits Inspiration schenken und Flügel verleihen, damit die starken Spannungen durch das geschlossene Quadrat konstruktiv gelebt werden können.
ich empfehle allen Ruhrgebiets-Astrofreundinnen die Chance zu nutzen und einen Ausflug nach Recklinghausen zu machen, um diese Ausstellung zu sehen. Die vielen verschiedenen Arbeiten und Videos lassen gerade in schwierigen Zeiten die Zuversicht wachsen und sprechen Mut zu, nicht aufzugeben und sich die schönen Dinge des Lebens einzusetzen.
Seit 2020 und den Folgen der Konjunktion von Saturn und Pluto haben mir die Bücher von Joanna Macy immer wieder hoffnungsfrohe Gedanken geschenkt und Ideen, wie man auf konstruktive Weise mit den aktuellen Krisen umgehen kann. Der Untertitel von „Hoffnung durch Handeln“, 2014 erschienen, macht deutlich, worum es geht: Dem Chaos standhalten, ohne verrückt zu werden.
Gerne habe ich dieses und andere ihrer Bücher meinen Schülerinnen empfohlen, verbunden mit der Hoffnung, Astrologie als ein Tool zu vermitteln, das uns die Zuversicht und den Mut schenkt, die Welt ein bisschen besser zu mache. Frei nach dem (angeblichen) Zitat von Martin Luther. „Wenn ich wüsste, dass morgen die Welt unterginge, würde ich heute noch ein Apfelbäumchen pflanzen.
Am 19. Juli ist nun diese großartige Lehrerin und Autorin im Alter von 96 Jahren von uns gegangen. Ihr Horoskop zeigt drei Planeten und den aufsteigenden Mondknoten im Stier im neunten Haus, die Sonne als Herrscherin des Löwe-Aszendenten in enger Konjunktion mit Chiron.
Joanna Macy, 2. Mai 1929, 12.42 Uhr (PST), Los Angeles
Datenquelle: Astrodatabank mit einem AA-Rating
Als promovierte Religionswissenschaftlerin (Haus 9) und praktizierende Buddhistin kreierte Macy im Laufe von vielen Jahren einen theoretischen Rahmen für persönlichen und sozialen Wandel. Verbunden-Sein bildete dabei immer den Ausgangspunkt ihres Schaffens, einerseits ging es ihr um das Verbunden-Sein mit allen Lebewesen im buddhistischen Sinne (Neptun am AC), aber auch um die Verbindung zur Natur und ihren Zyklen.
So suchte sie Antworten auf die Frage, wie es in hochindustrialisierten Gesellschaften möglich ist, die Erde als unseren Heimatplaneten zu schützen (Stier). In unzähligen Seminaren und Workshops vermittelte sie ihre Ideen und lehrte parallel an verschiedenen Graduiertenkollegs (Merkur in Haus 10). Wer möchte, kann ihre Arbeit auch als eine Synthese von psychologischen und spirituellen Themen, buddhistischem Denken und zeitgenössischer Wissenschaft im Sinne des neunten Hauses verstehen.
Ihre Website zeigt aktuell auf der Startseite ein Gedicht von Rainer Maria Rilke, das auch in Astrokreisen gerne im Kontext von Rilkes Horoskop zitiert wird.
I live my life in widening circles
that reach out across the world.
I may not complete this last one
but I give myself to it.
I circle around God, around the primordial tower.
I’ve been circling for thousands of years
and I still don’t know: am I a falcon,
a storm, or a great song?
Ich lebe mein Leben in wachsenden Ringen,
die sich über die Dinge ziehn.
Ich werde den letzten vielleicht nicht vollbringen,
aber versuchen will ich ihn.
Ich kreise um Gott, um den uralten Turm,
und ich kreise jahrtausendelang;
und ich weiß noch nicht: bin ich ein Falke, ein Sturm
oder ein großer Gesang.
Rilke schrieb dieses Gedicht um 1900, also in der Mitte seines Lebens. Als Zitat auf der Startseite von Joanna Macys Webpräsenz erscheint es wie eine Ahnung vom Ende ihres langen und reichen Lebens. Möge sie ruhen in Frieden!
Meine Kolleginnen aus dem Süden der Republik werden den Namen Taranta Babu gar nicht kennen, es sei denn, sie hätten sich mit türkischer Literatur beschäftigt und würden Nazim Hikmets „Briefe an Taranta Babu“ kennen. Hier im Ruhrgebiet hat dieser Name einen ganz besonderen Klang. Es ist der Name eines Buchladens in Dortmund – und es ist der Name einer Institution! Seit seiner Gründung war und ist das Taranta, wie es liebevoll genannt wird, sehr viel mehr als nur ein Buchladen.
Das liegt an Hasan Sahin, der das Taranta Babu mit zwei Freunden an seinem 33. Geburtstag gründete. 1946 in Istanbul geboren hatte er Fotografie studiert, sich politisch engagiert und war 1974 ins Ruhrgebiet gekommen. Von Beginn an setzte sich für die Bildung ein. Er gründete mit Freundinnen und Freunden die erste Initiative zur Förderung von Migrantenkindern in Dortmund. Der Hintergrund für sein Engagement war seine immer wieder gestellte Frage: Wie wollen wir zusammen leben?
Literatur und Bildung waren Hasan ein echtes Herzensanliegen, aber ebenso wichtig war ihm die Gastfreundschaft, der Wunsch einen Ort für Diskussionen zu schaffen und sich für eine bessere Welt einzusetzen. Und so wurde der Buchladen im Laufe der Jahre ein Treffpunkt, ein Ort der Begegnung mit einem Literaturcafé und einem Veranstaltungsraum, in dem immer wieder Lesungen, Konzerte und Vorträge stattfanden und -finden.
Montag, 21. Mai 1979, 10.00 Uhr (MEZ), Dortmund, D
Datenquelle: persönliche Auskunft von Hasan Şahin
Die Stier-Sonne als Herrscherin des Löwe-Aszendenten und kurz vor der Spitze des elften Hauses steht im Gründungshoroskop für diesen Wunsch, einen einladenden Ort der Begegnung zu schaffen. Auch wenn Hasan immer der Mittelpunkt und das Herz des Taranta war, sind Venus, Mars und Merkur im Stier mit diesem Wunsch nach Begegnung verbunden. Vor allem Merkur als Herrscher von Haus 3 gegenüber von Uranus öffnet den Raum für Diskussion, die sich einer Vision verschreiben, nämlich dem Wunsch nach einem besseren Leben für alle.
Saturn in Haus 2 sorgt allerdings immer wieder für finanzielle Schieflagen, die gerade im Moment die Existenz dieses Ortes bedrohen. Der Blick auf die laufenden Transite, Uranus über die Sonne und Neptun-Saturn über den Mond, verdeutlichen die aktuell schwierige Situation. Denn der Baba, wie Hasan auch genannt wurde, ist letztes Jahr am 1. Dezember im Alter von 78 Jahren gestorben.
Freundinnen und Freunde von Hasan versuchen nun, mit viel ehrenamtlichen Engagement das Taranta Babu zu erhalten, als Literaturcafé, als Ort der Begegnung, als Veranstaltungsraum und nicht zuletzt als Buchladen und Antiquariat, in dem sich nicht nur seltene Bücher für den kleinen Preis finden lassen. Ich sah bei meinem letzten Besuch vor ein paar Tagen Goethes gesammelte Werke im Regal.
Die Anschrift des Taranta Babu, wenn Sie dort einmal vorbeischauen möchten: Humboldtstraße 44 in 44137 Dortmund, die Öffnungszeiten der Buchhandlung sind sind von 15 bis 18 Uhr, das Literaturcafé ist bis 21.45 Uhr geöffnet. Spenden sind übrigens jederzeit herzlich willkommen.
Der Verein des Taranta ist gemeinnützig. Spendenbescheinigungen werden ausgestellt, einfach die Postanschrift per Mail an verein@tarantababu.de schicken. Auf Paypal ist der Verein zur Förderung der interkulturellen Lesekultur ebenfalls unter dieser E-Mail-Adresse zu finden. Man kann aber auch einfach eine Überweisung aufs Girokonto machen: Verein zur Förderung der interkulturellen Lesekultur, DE60 4405 0199 0211 0230 31, Sparkasse Dortmund.
Noch was: alle Astro-Kolleginnen und Kollegen, die den Dortmunder Tatort gucken, können das Taranta nächsten Jahr im TV sehen. Vor wenigen Wochen wurden Szenen für den nächsten Tatort genau vor der Haustür gedreht.
Tenzin Gyatso, besser bekannt als der 14. Dalai Lama, feiert heute seinen 90. Geburtstag. Lange Zeit war er das spirituelle und politische Oberhaupt des tibetischen Volkes, bevor er 2011 sein Amt als Staatschef an eine demokratisch gewählte tibetische Regierung im indischen Exil abgab.
Seine enorme Popularität und Beliebtheit beruht sicher darauf, dass er in jeder Begegnung freundlich und zugewandt agiert und dass seine Message dem Wunsch der meisten Menschen entspricht, nämlich in Frieden zu leben und angesicht des Leids in der Welt Mitgefühl zu empfinden und zu praktizieren. Er ist das Gesicht es Buddhismus, insbesondere des tibetischen Buddhismus.
Trotz der vielen – für westliche Menschen schwer verständlichen – Rituale ist der Buddhismus attraktiv, vielleicht weil er weniger eine Religion als vielmehr ein Weg der Selbstentwicklung ist und uns mit Hilfe von Meditationstechniken Gelassenheit und inneren Frieden schenken kann.
Dalai Lama, 6. Juli 1935, 4.37 Uhr (SST), Takster, CHN
Datenquelle: Astrodatabank mit einem C-Rating
Ich habe bereits 2008 über das Horoskop des Dalai Lama geschrieben und mich dabei auf die Opposition von Mond und Saturn konzentriert. In meinen Ausbildungsgruppen nehme ich ihn gerne als Beispiel, um einen Waage-Mars zu erklären (mit friedlichen Mitteln kämpfen). Oder was es bedeutet, wenn Sonne und Aszendent im gleichen Zeichen stehen: Der Persönlichkeitskern (Sonne) und das Auftreten und Image (AC) sind identisch, im Zeichen Krebs erscheint dieser Mensch als fürsorgliche Person, die andere Menschen seelisch nähren und beschützen möchte.
Persönlich durfte ich ihm einige Male begegneten, zuletzt 2010 in Bochum. Und damals saß sein Biograf Klemens Ludwig mit ihm gemeinsam auf dem Podium im Bochumer Ruhrkongress. Doch viel mehr als die wenigen Begegnungen hat mich die Geschichte seines Zusammentreffens mit Sylvia Wetzel bei einem Treffen der westlichen buddhistischen Lehrerinnen und Lehre beeindruckt.
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Nachdem Sylvia seine Heiligkeit und eine Reihe hochstehender Lamas in Form einer Fantasiereise erleben ließ, wie sich ein Mann fühlt, wenn alle Bilder und Götterstatuen, alle weisen Lamas und Lehrer in einem buddhistischen Zentrum weiblich sind, hatte der Dalai Lama etwas Wesentliches verstanden und dafür gesorgt, dass die Nonnen eines Klosters den gleichen Status wie die Mönche erhalten.
Die letzten Neuigkeiten vor seinem 90. Geburtstag: er hat erklärt, dass er sich erneut inkarnieren möchte. Wie die Süddeutsche gestern berichtete, gibt es ein kleines Hindernis. Die chinesische kommunistische Partei hat ein Gesetz verabschiedet, demzufolge reinkarnierende Buddhas die Erlaubnis des chinesischen Staates benötigen und einen Antrag stellen müssen, bevor sie erneut ins Rad der Wiedergeburt begeben. Nun ja….
Doch jetzt feiert der Dalai Lama erst einmal seinen 90. Geburtstag. Herzlichen Glückwunsch. Viele Buddhisten und Buddhisten werden weltweit das Langes-Leben-Mantra rezitieren und vielleicht können wir in zehn Jahren seinen 100. Geburtstag feiern. Astrologisch gesehen ist die Sonne, das Symbol für Lebenskraft und Vitalität, im ersten Haus seines Horoskops jedenfalls stark gestellt.