Was ist die chaldäische Reihe?

Heute bekam ich eine Frage aus der Gruppe der laufenden Astrologie-Ausbildung per Email zugeschickt, nämlich warum 2018 ein Venus-Jahr ist? Da diese Frage immer mal wieder kommt, sei sie hier beantwortet.

Und gleich vorab der erste Teil der Antwort: Aktuell haben wir noch ein Sonnenjahr. Das astrologische Jahr beginnt, wenn die Sonne den Nullgrad-Widderpunkt überschreitet und das geschieht immer am 20. oder 21. März.

Das Venus-Jahr beginnt also erst am 20. März 2018 und das darauf folgende Merkur-Jahr am 20. März 2019.

Diese Zuordnung der Planeten zu den Jahren basiert auf der sogenannten chaldäischen Reihe. Nur die sieben alten Planeten gehören zu dieser Reihe. Wer aber waren die Chaldäer? (mehr …)

Zum neuen Jahr 2018

Erich Kästner war kein Freund der vielen guten Vorsätze zum neuen Jahr. Mit seiner Sonne in Fische wusste er vermutlich zuviel über die Unzulänglichkeit des menschlichen Daseins. Und mit seinem Schütze-Aszendendent war er optimistisch genug, dennoch an das Gute im Menschen zu glauben.

Erich Kästner, 23. Februar 1899, 2.15 Uhr (MEZ), Dresden, D
Datenquelle: Astrodatabank mit einem C-Rating

Seine Empfehlung zur Silvesternacht (mehr …)

Saturn im Steinbock

Als Saturn 1988 ins Zeichen Steinbock wechselte, traf er einen Tag vorher auf Uranus, auf den letzten Metern im Schütze-Zeichen. Im Abstand von einem Tag wechselten die beiden erdfernen Planeten das Zeichen.

Auch Neptun war seinerzeit im Steinbock unterwegs. 1989 trafen Saturn und Neptun dreimal aufeinander, zuletzt am 13. November 1989. Vier Tage nach dem Fall der Mauer in Berlin mit den bekannten Folgen: (mehr …)

Skorpion und Schütze

In der Skorpionzeit wird an die Verstorbenen gedacht. Feiertage wie Buß- und Bettag, Allerheiligen, Allerseelen oder der Volkstrauertag gehören zum tristen Monat November. Auch Halloween war ursprünglich ein Fest, um das dunkle Reich des Hades zu betreten, denn zu Halloween sind die Grenzen zwischen Diesseits und Jenseits durchlässig.

Skorpion-Horoskop

Skorpion ist das geheimnisvolle Stirb- und Werdeprinzip der Astrologie. Geheimnisvoll, denn wer weiß schon, was nach dem Tod passiert? (mehr …)

Über den Entdecker von Chiron

Letztens jährte sich die Entdeckung des Asteroiden Chiron. Am 1. November vor 40 Jahren wurde er von Charles Thomas Kowal gesichtet, bekam seinen Namen. Und spielt heute für viele Astrologen eine wichtige Rolle bei der Deutung des Horoskops.

Was mich betrifft, so bin ich puristisch veranlagt und verzichte auf Chiron (und Lilith) im Horoskop. Die zehn Planeten von Sonne bis Pluto bieten genug Stoff, um ein Radix zu deuten. Natürlich werde ich als Astrologie-Lehrerin dennoch immer mal wieder gefragt, was Chiron bedeutet und gebe meinen Schüler*innen alle wichtigen Antworten.

Von Zeit zu Zeit forsche ich auch zu Chiron und jedes Mal erscheinen mir die allerersten Deutungen von Zane B. Stein schlüssig. Stein beschreibt Chiron als Außenseiter, als Maverick und begründet dies mit der extremen Umlaufbahn, die einerseits am Perihel in die Saturnbahn hineinragt und am sonnenfernsten Punkt den Uranus erreicht.

Chiron ist ein also ein Exzentriker, wie Pluto und Mars, deren Umlaufbahnen ebenfalls stark elliptisch sind. Als innere Person versucht er, die irdische Wirklichkeit mit den unfassbaren Dimensionen jenseits von Saturn zu verbinden – und wohlmöglich führt die Kluft zwischen Visionen und einer Alltagsrealität zu diesem großen Schmerz, der Chiron in den gängigen Lehrbüchern zugeordnet wird.

Horoskop Charles T. Kowall

Charles T. Kowal, 8. November 1940, 5.20 Uhr (EST), Buffalo NY, USA
Datenquelle. Astrodatabank

Sein Entdecker Charles T. Kowal hat Chiron direkt am MC – und zwar minutengenau, sofern die Geburtszeit stimmt. In der Astrodatabank erhält sie ein C-Rating, sie ist also nicht gesichert. In jedem Fall aber hat Kowal eine Opposition von Merkur und Uranus. Die Sonne hingegen steht gegenüber von Saturn und Jupiter in Konjunktion.

Kowal war schon als Teenager begeistert von der Astronomie. Bereits mit zehn Jahren baute er sich ein Teleskop, um den nächtlichen Sternenhimmel zu beobachten. Sein Merkur, der übrigens retrograd ist, bildet neben der Opposition zu Uranus ein Sextil zu Neptun. Da wundert es nicht, dass Kowal sein Leben der Erforschung des Weltalls gewidmet hat.

Später in den 90ern schrieb er Computer-Programme für eine Space Mission und er war der erste, der die Bilder des Hubble-Teleskops zu sehen bekam. Drei Jahre nach der Entdeckung Chirons gelang ihm übrigens ein weiterer Coup. Er konnte nachweisen, dass Galileo Galilei bereits 1612 und 1613 mit seinem Teleskop Neptun gesichtet hatte.

Leider starb Charles T. Kowal bereits 2011. Wir gratulieren ihm dennoch heute herzlich zum Geburtstag und schicken im die besten Wünsche hinauf in den Himmel, ins weite All oder wo auch immer sich seine unsterbliche Seele aufhält.

P.S. das Kunstwerk zeigt einen Bildausschnitt aus einem Ölgemälde von Pompeo Batoni aus dem Jahr 1770. Das Bild ist in der Wikipedia als gemeinfrei angezeigt.

Astrologie in einer Krimödie

Heute Abend und an den kommenden Abenden ist meine Freundin Brenda alias Lotte Minck auf Lesetour im Ruhrgebiet. Sie stellt ihr neues Buch „Mausetot im Mausoleum“ vor. Es ist der neunte Band mit Loretta Luchs, der sympathischen Heldin, die immer wieder über Leichen stolpert und – oft unfreiwillig – zur Lösung der Kriminalfälle beiträgt.

In diesem Band passiert etwas, das jedes Astrologenherz erfreut: Loretta hat großen Liebeskummer und bekommt von ihren Freundinnen eine astrologische Beratung geschenkt. So landet sie, als Skeptikerin par excellence, bei Stella Albrecht, einer Astrologin, die ihr zunächst einmal den Unterschied zwischen Zeitungsastrologie und psychologischer Astrologie erklärt.

Im Dialog von Loretta und Stella wird deutlich, was Astrologie ist und sein kann: (mehr …)

Hallo Herbst 2017

Das Horoskop von Hermann Hesse verbloggte ich vor zehn Jahren schon einmal. Passend zum Herbst, der melancholischen Jahreszeit, gibt’s zum Wochenbeginn ein Gedicht von Hesse, das die Planetenkräfte von Neptun und Saturn-Mond bildhaft in Szene setzt.

Im Nebel

Seltsam, im Nebel zu wandern!
Einsam ist jeder Busch und Stein,
Kein Baum sieht den andern,
Jeder ist allein. (mehr …)

Astrologie und die Externsteine

Am Tag des offenen Denkmal bin ich mit der laufenden Astrologie-Ausbildung zu den Externsteinen gefahren. Die Idee zu einem Ausflug entstand in der Gruppe, als Peter, einer der Teilnehmer, erzählte, dass er dort öfter hinfährt. Da mein letzter Besuch dieser alten Kultstätte einige Jahrzehnte zurückliegt, war ich ebenso wie der Rest unserer Astrogruppe gespannt darauf, diesen magischen Ort wiederzusehen.

Die Ausstellung zu den Externsteinen vor Ort bietet wenig Information zur Bedeutung der Steine für die Himmelsbeobachtung in früheren Jahrtausenden. Das ist schade, zumal eine neue Untersuchung der westfälischen Sternwarte in Recklinghausen (mehr …)

Der Zauber des Anfangs

Am ersten Oktoberwochenende vom 6. bis 8. Oktober 2017 findet in Würzburg der jährliche Kongress des Astrologenverbandes (DAV) statt.

Das Motto zum Jubiläumskongress, der DAV wird 70 Jahre alt, ist dem Gedicht Stufen von Hermann Hesse entnommen „Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne…“.

Der Zauber des Anfangs zeigt sich astrologisch am Aszendenten. Doch jeder Neubeginn im Leben, alles, was neu anfängt, birgt in sich einen Anfangs-Zauber, den es zu gestalten gilt. Meine Kollegin Petra und Niehaus (mehr …)